Rauchstopp und Abspecken verordnen Ärzte sich auch selbst
Medical Tribune Bericht
Die guten Vorsätze vom Jahresanfang einzuhalten war während der „tollen Tagen“ nicht einfacher. 21 % von 440 telefonisch befragten Ärztinnen und Ärzten gaben an, 2010 „ein paar Kilo“ abnehmen zu wollen. 69 % haben vor, ihr Gewicht zumindest zu halten. Vier von 100 Medizinern (3,6 %) meinen, dass solch ein Vorsatz zum Jahresstart nichts bringt – für die Motivation zur Abnehmen brauche es andere Anlässe. 6,5 % der Befragten sagen, dass sie sogar zunehmen dürften.
Beim Nichtrauchen geht das Gros der niedergelassenen Ärzte mit gutem Beispiel voran. 86,3 % erklärten, ohne Glimmstängel zu leben. Jeder 50. (2,4 %) hat sich den Rauchstopp für 2010 selbst verordnet und ist fest davon überzeugt, es zu schaffen. Weitere 4 % wollen ebenfalls Nichtraucher werden, zweifeln aber an ihrem Durchhaltevermögen. Und 7,3 % der Ärzte sagen ganz offen: Das Rauchen gönnen sie sich auch weiterhin. Der vom GesundheitsMONITOR erfragte Raucheranteil von rund 14 % entspricht übrigens dem Wert in der Studie für die Sächsische Landesärztekammer.
Die These, dass Ärzte ihren Patienten sprichwörtlich Wasser empfehlen, aber selbst Wein trinken – in Fragen der Lebensstilveränderungen also mit zweierlei Maß messen –, lässt sich mit dieser Befragung nicht belegen. 88 % der Ärzte werden nicht müde jedem Patienten oder zumindest solchen, bei denen es etwas bringen könnte, eine gesündere Lebensführung nahe zu bringen. Allerdings: Knapp 12 % äußern sich zurückhaltend oder skeptisch: Sie werden hier eher selten aktiv oder fahren nach zwei erfolglosen Bekehrungsversuchen ihre Anstrengungen zurück.



