Depression

Misshandelte Kinder leiden noch als Erwachsene

CHICAGO – Wer als Kind vernachlässigt oder misshandelt wurde, hat noch Jahre später eine erhöhte Wahrscheinlichkeit an Depression zu erkranken. Eine neue Langzeitstudie zeigt, wie wichtig frühes Eingreifen ist.

Die schlimme Kindheit liegt Jahre zurück, doch auch als Erwachsene müssen misshandelte Menschen mit Spätfolgen rechnen. In der Januar-Ausgabe der Fachzeitschrift Archives of Gerneral Psychiatry (2007, Band 64, 49-56) verglichen Psychologen die Häufigkeit von starken Depressionen bei knapp 1200 Erwachsenen. Das Ergebnis: Opfer von Misshandlungen sind im Erwachsenenalter mehr als 50 Prozent anfälliger für Depressionen als Personen mit normaler Jugend.

Bei Kindern, die verschiedene Formen von physischer oder psychischer Misshandlungen erlebt hatten, stieg die Wahrscheinlichkeit später depressiv zu werden sogar um 75 Prozent. "Wir können außerdem zeigen, dass auch vernachlässigte Kinder ein erhöhtes Risiko für Depressionen haben", so Cathy Spatz Widom, Leiterin der Studie.

Lediglich bei sexuell missbrauchten Kindern stellten die Forscher keine Häufung starker Depressionen fest. Allerdings gab auch diese Gruppe im Erwachsenenalter deutlich öfter psychische Probleme zu Protokoll.

Die Autoren der Studie warnen davor, die Betreuung von misshandelten Kindern zu spät zu beginnen und zu früh abzubrechen. Nur eine intensive Behandlung könne spätere psychische Beschwerden bei den Betroffenen verhindern.
MT-Online D, Fabian Seyfried, Foto: irisblende.de

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#1Misshandelte Kinder leiden noch als Erwachsene

Medical Tribune / 30.11.07 14:06
Wer als Kind vernachlässigt oder misshandelt wurde, hat noch Jahre später eine erhöhte Wahrscheinlichkeit an Depression zu erkranken. Eine neue Langzeitstudie zeigt, wie wichtig frühes Eingreifen ist.