Attacken-Frequenz pflanzlich senken
Mutterkraut beugt Migräne vor
Zur Akuttherapie unterschiedlicher Kopfwehformen liegen keine harten Daten für Phytotherapeutika vor, schreibt Astrid Gendolla vom Westdeutschen Kopfschmerzzentrum der Klinik für Neurologie in Essen im Fachmagazin Nervenheilkunde (2007, 26: 32-34). Anders ist die Situation bei der Migräneprophylaxe.
Mutterkraut (Tanacetum parthenium) wurde hierzu bereits in mehreren Studien getestet. In einer Untersuchung mit 69 Patienten war das Kraut (bei allerdings insgesamt relativ geringer Senkung der Attackenfrequenz) signifikant wirksamer als Placebo. Andere Untersuchungen mit 50 bzw. 57 Patienten verliefen negativ. Doch in der bisher größten Studie erwies sich ein CO2-Extrakt von Mutterkraut bei Patienten mit hoher Attackenfrequenz als deutlich überlegen gegenüber Placebo. Diese Substanz ist bisher nur über das europäische Ausland zu beziehen.
Magnesium als Prophylaktikum wurde in vier kontrollierten Studien untersucht, die sehr unterschiedliche Resultate geliefert haben. Zumindest ist die Wirksamkeit in mehr als einer Doppelblindstudie belegt, so die Expertin. Bisher vorliegende homöopathische Untersuchungen bei Migräne und Spannungskopfschmerz waren entweder negativ oder nach Evidenz-Kriterien nicht zu beurteilen, so Gendola.
Die Leitlinien der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie empfehlen Pestwurz und Mutterkraut (sowie Magnesium mit geringerer Evidenz) als Migräneprophylaktika zweiter Wahl.



