Deutsche widersprechen Trend
Länger arbeiten für die Gesundheit
Das Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität Mainz analysierte die aktuellen Daten einer umfangreichen Befragung aus dem Jahr 2005. Dabei zeigte sich - entgegen dem internationalen Trend - dass Deutsche mit subjektiv schlechtem Gesundheitszustand seltener Überstunden leisten als Menschen mit guter oder sehr guter Gesundheit, wie Kristina Harth und ihre Kollegen auf der 47. Wissenschaftlichen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin berichteten.
Eingeschlossen in die Analyse waren über 8000 voll- und mehr als 2000 teilerwerbstätige Männer und Frauen in Deutschland. Teilweise könnte die anscheinend positive Wirkung von Überstunden durch den Healthy-Worker-Effekt erklärbar sein, so die Forscher. Dieser entsteht, weil eine bestimmte gesundheitliche Konstitution für manche Berufe Voraussetzung ist. Dadurch sind Berufstätige statistisch gesünder als die Normalbevölkerung. Auch könnte der Zeitpunkt der Erhebung die Ergebnisse beeinflusst haben, vermuten die Autoren.
Es seien nun weitere Untersuchungen nötig, um mögliche Zusammenhänge zwischen beruflicher oder auch privater Belastung und der Gesundheit von Beschäftigten zu klären.



