Keine Chance für Krebs und Falten

Sonnenschutz für alle Urlaubslagen

Medical Tribune Bericht

JENA – Die Haut muss vor UV-Strahlung bewahrt werden – am Strand und in Bergeshöhen sowieso, aber auch im Alltagsleben. Hier kann beim Lichtschutzfaktor weniger mehr sein.

Sonnenbrand tut weh und begünstigt - wie sich mittlerweile herumgesprochen hat – das Entstehen von Hautkrebs. Knallt im Sommerurlaub das Licht vom Himmel, schmiert man sich darum vernünftigerweise mit einem Sonnenmittel ein, das zuverlässig sowohl vor mittelwelligem UV-B- als auch vor langwelligem UV-A-Licht schützt. Dabei sollte nach den aktuellen Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) ein Präparat mit möglichst hohem Lichtschutzfaktor (LSF) gewählt werden. Denn am Strand reflektiert der Sand bis zu 50 Prozent  die UV-Strahlung, schreiben Peter Elsner und seine Kollegen im Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (2007, 5: 166-174)

Auch auf einem Gletscher ist ein hoher Lichtschutzfaktor nötig, da pro 1000 Meter  die Strahlung um 15 Prozent  zunimmt und zudem der Schnee das UV-Licht noch zu 80 bis 90 Prozent  reflektiert. Aber nicht nur auf der Alm oder an der Adria empfehlen die Dermatologen, für Lichtschutz zu sorgen. Auch im täglichen Leben raten sie dazu. Denn auch eine niedrigere kumulative UV-Belastung verursacht auf Dauer Hautschäden, etwa eine Photoalterung. Und Hautkrebs tritt an chronisch UV-exponierten Stellen ebenfalls vermehrt auf.

Deshalb empfehlen die DDG-Experten, tagtäglich den UV-Schutz zu beherzigen. Explizit raten sie zu folgenden Maßnahmen – und zwar in dieser Reihenfolge:

  1. Meiden künstlicher UV-Quellen wie Solarien. Wenn überhaupt, sollte die Sonnenbank das Gütesiegel "Zertifiziertes Solarium" tragen und es sollten Empfehlungen der Strahlenschutzkommission eingehalten werden (www.bfs.de).
  2. Zwei Stunden vor und nach Sonnenhöchststand dem Sonnenlicht aus dem Weg gehen.
  3. In der Sonne stets lichtdichte Kleidung, einen breitkrempigen Hut und eine UV-absorbierende Sonnenbrille tragen.
  4. Auf unbedeckte Körperstellen ein Lichtschutz-Präparat auftragen. Das Mittel sollte nicht nur gegen UV-B, sondern auch gegen UV-A wirken und mindestens Lichtschutzfaktor  15 haben. Präparate mit Lichtschutzfaktor  15 filtern das UV-B zu 93,3 Prozent , Mittel mit höherem Lichtschutzfaktor nur kaum merklich mehr (LSF  30 = 96,6 Prozent  / LSF  45 = 97,7 Prozent ). Bei einem höheren Lichtschutzfaktor bleiben aber so große Mengen der Schutzsubstanzen auf der Haut, dass die Mittel kosmetisch stören und deshalb möglicherweise gar nicht mehr verwendet werden. Daher hält es das Leitliniengremium aus Compliancegründen für akzeptabel, sich im Alltag (nicht am Strand oder im Gebirge) mit Lichtschutzfaktor  15 zu begnügen.
  5. Allgemein sollten Lichtschutzmittel eine halbe Stunde vor der Sonnenexposition aufgetragen werden. Beim Baden ist ein wasserfestes Präparat erforderlich.


MTD, Ausgabe 28 / 2007 S.3, Ulrich Abendroth, Foto: irisblende.de

Kommentare zum Artikel

#1Sonnenschutz für alle Urlaubslagen

Medical Tribune / 29.11.07 06:29
Die Haut muss vor UV-Strahlung bewahrt werden – am Strand und in Bergeshöhen sowieso, aber auch im Alltagsleben. Hier kann beim Lichtschutzfaktor weniger mehr sein.