Schutz vor Krebs und Warzen
Auch Jungen profitieren von der Krebs-Impfung
Seit einigen Monaten können sich junge Frauen erstmals gegen einen Tumor impfen lassen. Die Spritze verringert das Risiko von Krebs im Bereich des Gebärmutterhalses deutlich. Würde man die Impfung auch auf Jungen ausdehnen, könne der Virus, der für den Tumor verantwortlich ist, noch besser bekämpft werden, erklärte der Urologe Peter Schneede auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie in Berlin.
Dies ist für den Mediziner aber nur eines der Argumente für die Impfung von Jungen. Der Viren-Schutz verhindere schließlich auch einen Großteil der Peniskarzinome. Diese sind zwar seltener als der Gebärmutterhalskrebs, bedeuten für die Betroffenen in der Regel aber stark verstümmelnde Eingriffe. Auch ein Teil der Tumore im Anus könne man so verhindern, so Schneede. Besonders gefährdet von einer Infektion seien Männer, die Sex mit Männern haben.
Der Impfstoff schütze zudem vor 90 Prozent der Genitalwarzen. Mit diesen hätten Männer so häufig zu kämpfen wie Frauen, argumentierte der Urologe. Die Warzen erwiesen sich häufig als sehr hartnäckig und trotzten manchmal jeder Therapie. 150 Millionen Euro pro Jahr würden für die Therapie der sogenannten Feigwarzen ausgegeben.
Ende 2009 liegt voraussichtlich eine Studie zur Wirksamkeit der Impfung bei Männern vor. Die Ständige Impfkommission (STIKO) habe dann eine kurzfristige Überarbeitung der Empfehlung in Aussicht gestellt, sagte Schneede. Nach seiner Meinung wäre es am einfachsten, alle Schulkinder unabhängig vom Geschlecht um das neunte Lebensjahr zu impfen, da die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen sollte. Zurzeit müssen Jungen den Wirkstoff selbst bezahlen, wenn sie sich auch impfen lassen wollen.



