Alkohol
Menge und Häufigkeit der Drinks zählen
Viel Alkohol schadet – ab und an ein Gläschen zu trinken kann aber zumindest für die Gefäße eine schützende Wirkung haben. Zu diesem Ergebnis kamen bisherige Studien. Rosalind A. Beslow und ihre Kollegen vom US-amerikanischen nationalen Gesundheitsinstitut untersuchten nun erstmals Trinkmenge und Trinkhäufigkeit unabhängig voneinander und kamen zu zwei markanten Ergebnissen: So haben Männer, die große Mengen Alkohol auf einen Schlag trinken, ein wesentlich höheres Risiko, an den Herzgefäßen zu erkranken als ihre Zeitgenossen, die immer nur einen Drink konsumieren. Trinken Männer aber oft, so erkranken sie weniger häufig am Herzen als solche, die selten trinken.
Das zweite markante Ergebnis betraf die Frauen: Bei ihnen ergab die separate Untersuchung der Trinkhäufigkeit, dass diejenigen, die öfter zu alkoholischen Getränken griffen, ein erhöhtes Krebsrisiko hatten, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Alkoholism: Clinical and Experimental Research (2008, 32: 513-521)
„Unsere Studie ist die erste, die untersucht, inwieweit Quantität und Häufigkeit des Alkoholkonsums unabhängig voneinander Todesursachen innerhalb einer einheitlichen Teilnehmergruppe von US-Bürgern beeinflusst“, so Breslow. Die Wissenschaftler nutzen dafür die Daten eines nationalen Gesundheitsreports von 1998 und setzten dies in Bezug zum Todesregister. Sie betrachteten speziell rund 21.000 Teilnehmer an der nationalen Befragung, die angegeben hatten, mehr als zwölf Drinks pro Jahr zu sich zu nehmen und werteten deren weitere Angaben zu ihren Trinkgewohnheiten aus. Innerhalb der folgenden 14 Jahre starben über 2500 der Teilnehmer. Die US-Forscher setzten die jeweiligen Trinkgewohnheiten dann in Bezug zu den Todesursachen.
Sie ermittelten so, dass Vieltrinker, die immer mindestens vier oder fünf Drinks zu sich nahmen, eher an einer Erkrankung wie dem Herzinfarkt starben als solche, die stets nur ein Gläschen an Alkoholischem tranken.
Waren große Alkoholmengen somit für die Männerherzen schädlich, so zeigte sich bei Betrachtung der Trinkfrequenz ein anderes Bild: Häufigtrinker starben seltener an Herzerkrankungen als Wenigtrinker. Häufigtrinker waren dabei Männer, die zwischen 120 und 365 Tagen im Jahr Alkohol konsumierten. Wenigtrinker dagegen solche, die nur zwischen einem und 36 Tagen jährlich dem Promillehaltigen zusprachen.
Die markantesten Ergebnisse bei den Frauen ergaben, dass häufiges Trinken ihr Krebsrisiko erhöht, eine hohe Menge an Alkoholischem dagegen das Sterberisiko insgesamt steigert. „Alles in allem bestätigen unsere Ergebnisse, dass es wichtig ist, Alkohol nur in kleinen Mengen zu konsumieren“, erklären die Autoren.



