Senioren
Mangel an Testosteron macht Männer depressiv
Osvaldo P. Almeida von der Westaustralischen Universität und seine Kollegen untersuchten zwischen 2001 und 2004 bei knapp 4000 Männern zwischen 71 und 89 Jahren mit einem Standardtest, ob sie als depressiv zu gelten hatten und erfragten mit Hilfe eine Fragebogens auch etwaige weitere Erkrankungen. Zudem entnahmen die Wissenschaftler Blutproben und stellten so die Menge an Gesamttestosteron und an freiem Testosteron fest, berichten sie im Fachmagazin Archives of General Psychiatry (2008, 65: 283-289).
Rund 200 der Teilnehmer galten gemäß dem Test als depressiv – und unter diesen waren Männer mit niedrigen Werten an freiem Testosteron dreimal häufiger vertreten als diejenigen mit mehr Testosteron im Blut. Dieser Zusammenhang könne nicht hinreichend mit körperlichen Gebrechen erklärt werden, schreiben die Autoren. Allerdings können sie die Korrelation nicht eindeutig zuordnen – sie vermuten aber, dass das Sexualhormon wichtige Botenstoffe im Gehirn beeinflusst und so die Stimmung trübt.
Weitere Studien seien erforderlich, so die Forscher, um zu klären, ob ein gesteigerter Testosteronlevel dem Stimmungstief vorbeugen kann. Falls dieses der Fall sei, erklären die Wissenschaftler, dann könnten depressive ältere Männer von einer Messung des Testosteronlevels und zusätzlichen Gaben des Hormons profitieren.



