Beitragssatzerhöhungen und Aufschwung wirken
Gesetzliche Krankenkassen mit 1,8 Milliarden Überschuss
Medical Tribune Bericht
Wie das Bundesgesundheitsministerium (BMG) mitteilt, stiegen die Beitragseinnahmen der Kassen 2007 um 4,9 Prozent je Mitglied; der Zuwachs der Leistungsausgaben betrug 3,7 Prozent. Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nahm 155,4 Milliarden Euro ein und gab 153,62 Milliarden Euro aus.
Besonders betont das Ministerium das Plus im AOK-Verbund (943 Millionen Euro), der „vor der größten Herausforderung“ steht, alle Mitgliedskassen bis Ende 2008 komplett zu entschulden. Während sich Ende 2003 die Nettoverschuldung der damals 323 Kassen auf sechs Milliarden Euro be¬lief, verfügen die heutigen 219 Kassen über 3,2 Milliarden Euro Finanzreserven. Mehr Beschäftigung, vereinbarte sowie noch anstehende Tarifabschlüsse werden die Grundlohnzuwächse der Kassen 2008 weiter anheben.
„GKV saniert – Krankenhäuser ruiniert“, reagierte die Deutsche Krankenhausgesellschaft auf den Anstieg der Klinikausgaben um 0,6 Prozent je GKV-Mitglied. Sie fordert die Abschaffung des Sanierungsbeitrags zugunsten der GKV (jährlich 0,5 Prozent der Klinikrechnungen). Das BMG hält dem entgegen, dass die Krankenhausausgaben trotzdem um 550 Millionen Euro zulegten und die Hospitäler durch GKV-Mehrausgaben für häusliche Krankenpflege (plus 10 Prozent) und Integrierte Versorgung (plus 41 Prozent) entlastet wurden.
Bei den Ausgaben für die ambulante ärztliche Behandlung weist die GKV-Statistik mit 3,3 Prozent den „höchsten Anstieg in diesem Leistungsbereich seit 1994“ aus, wobei der Zuwachs vor allem auf die Ärzte in den neuen Ländern (5,8 Prozent je GKV-Mitglied) entfällt. Damit erreichen die ostdeutschen Ärzte 87,2 Prozent des Westniveaus (je GKV-Versicherten). „Ausgabenzuwächse von fast 55 Prozent für Präventionsleistungen und Schutzimpfungen sind gesundheitspolitisch geboten“, erklärt das BMG. Für Schutzimpfungen gab die GKV letztes Jahr rund 660 Millionen Euro (plus 70 Prozent) mehr aus als 2006. REI



