Eltern
Wadenwickel und Kräutertee fürs fiebernde Kind
Medical Tribune Bericht
Alle Eltern sollten bewährte Heilmethoden parat haben, wenn ihr Nachwuchs plötzlich fiebert. Hierzu bieten sich etwa Wadenwickel an. Dabei wird die Wärmeabgabe des Körpers durch Verdunstungskälte unterstützt, außerdem läuft ein eindrucksvolles Ritual mit intensiver Zuwendung ab. Dies erklärte Knut A. Freese, Chefarzt der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie am St. Marienhospital Vechta gegenüber Medical Tribune. Als weitere Maßnahme nannte der Experte einen Einlauf mit leicht gesalzenem Wasser oder Kamillentee (50–250 ml Einlauf über Gummiklistier, 30 Grad Celsius). Durch die Temperaturdifferenz komme es zur leichten Senkung der Kerntemperatur. Die Darmentleerung bewirke zudem eine Entlastung des Immunsystems und werde von den kleinen Patienten gut toleriert.
Auch Kräutertees sollten dem fiebrigen Kind nicht vorenthalten werden: Etwa Holunderblütentee oder heißer Holunderblütensaft beziehungsweise Lindenblütentee. Diese Wirkstoffe regen die Schweißbildung an. Fiebersenkend wirkt Tee aus Mädesüßblüten oder -kraut (Spiraeae) oder solcher aus Weidenrinden (Salix cortex), der auch als Fertigpräparat erhältlich ist.
Bei der homöopathischen Behandlung wird differenziert nach dem jeweiligen Fiebertyp vorgegangen. Außerdem brauchen Kinder mit erhöhter Temperatur leichte Kost, reichlich Flüssigkeit und frische Luft (regelmäßig lüften). Und sie dürfen nicht zu stark zugedeckt werden: Liebevolles Wärmen ist sinnvoll, ein Wärmestau dagegen nicht. Klettert die Temperatur über 39,5 °C oder bleibt sie tagelang über 38 °C muss die Ursache vom Arzt abgeklärt werden.



