Immer mehr Senioren zieht‘s in die Tiefe

Taucher-Tod meist beim Sprung ins Wasser

Medical Tribune Bericht

BERLIN – Halten Sie die Ohren trocken! So lautet der wichtigste Tipp für den Tauchurlaub mitgeben können. Auch Senioren finden zunehmend Gefallen daran. Doch sollten sie vor dem Tauchgang Herz und Lungen checken lassen.

Während früher vor allem junge gesunde Abenteuerlustige zum Tauchen fuhren, zieht es heute selbst Senioren ins tiefe Wasser. Da wird beispielsweise auf Kreuzfahrten „spontan“ eine Tauchmöglichkeit angeboten. „So kommt dann ein 75-Jähriger zu seinem ersten Tauchgang, nachdem der Schiffsarzt eine Art Nottauglichkeit bescheinigt hat – wenn überhaupt“, kritisierte  Ulrich van Laak vom Schifffahrtmedizinischen Institut der Marine in Kiel beim 9. Forum Reisen und Gesundheit.

Herz und Lunge vorher checken

Ob ein Senior tauchtauglich ist, entscheidet sich anhand des biologischen Alters. Gerade bei betagten Menschen setzt dies eine intensive Untersuchung von Herz-, Kreislauf- und Lungenfunktion voraus, die an Bord eines Kreuzfahrtschiffs natürlich nicht erfolgen wird. Außerdem verträgt sich beileibe nicht jedes Medikament mit dem Tauchsport. Aber: „Tauchen ist per se keine Risikosportart“, stellte van Laak klar. Gefährlich ist das, was der Experte als „Aldi-Tauchen“ bezeichnete: möglichst viele Tauchgänge, gerne auch mehrere am Tag und möglichst tief. Dieses „High-Impact-Diving“ erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Tauchunfalls beträchtlich. Ansonsten ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor den Flüssigkeitsverlust. Beim Tauchen verliert der Körper verstärkt Flüssigkeit durch vermehrtes Schwitzen, trockene Flaschenluft und osmotische Effekte im Salzwasser. Außerdem kommt es zu einer Zentralisierung des Blutes: „Allein wenn Sie in einen Swimmingpool steigen, verschiebt sich bis zu einem Liter von der Peripherie nach zentral“, so Dr. van Laak. Mit fatalen Folgen: Bei Sporttauchern passieren die Hälfte der Todesfälle durch Ertrinken beim Sprung ins Wasser – schockbedingt. Auch Dekompressionsunfälle werden durch den Flüssigkeitsverlust begünstigt. Taucher sollten deshalb unbedingt vor dem Tauchgang genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen! Wer mit Montezumas Rache zu kämpfen hat, sollte den nächsten Tauchgang sicherheitshalber verschieben. Das häufigste Gesundheitsproblem beim Tauchen in exotischen Gewässern ist übrigens die bakteriell oder pilzbedingte Gehörgangsentzündung. „Das Swimmer’s Ear ist sehr oft Ursache für das jähe und höchst schmerzhafte Ende des Tauchvergnügens“, erklärte der Direktor des Divers Alert Network Europe. Zur Vorbeugung sollten Reizungen und Verletzungen des Gehörgangs – etwa durch die Reinigung mit Wattestäbchen – vermieden und die Ohren nach jedem Tauchgang gut getrocknet werden. Tauchgeschäfte bieten spezielle Ohrstöpsel an, die während des Tauchens das Ohr schützen.

MTD, Ausgabe 21 / 2008 S.12, ara, Foto: BilderBox

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#1Taucher-Tod meist beim Sprung ins Wasser

Medical Tribune / 26.05.08 09:28
Halten Sie die Ohren trocken! So lautet der wichtigste Tipp für den Tauchurlaub mitgeben können. Auch Senioren finden zunehmend Gefallen daran. Doch sollten sie vor dem Tauchgang Herz und Lungen checken lassen.