Immer mehr Senioren zieht‘s in die Tiefe
Taucher-Tod meist beim Sprung ins Wasser
Medical Tribune Bericht
Während früher vor allem junge gesunde Abenteuerlustige zum Tauchen fuhren, zieht es heute selbst Senioren ins tiefe Wasser. Da wird beispielsweise auf Kreuzfahrten „spontan“ eine Tauchmöglichkeit angeboten. „So kommt dann ein 75-Jähriger zu seinem ersten Tauchgang, nachdem der Schiffsarzt eine Art Nottauglichkeit bescheinigt hat – wenn überhaupt“, kritisierte Ulrich van Laak vom Schifffahrtmedizinischen Institut der Marine in Kiel beim 9. Forum Reisen und Gesundheit.
Herz und Lunge vorher checken
Ob ein Senior tauchtauglich ist, entscheidet sich anhand des biologischen Alters. Gerade bei betagten Menschen setzt dies eine intensive Untersuchung von Herz-, Kreislauf- und Lungenfunktion voraus, die an Bord eines Kreuzfahrtschiffs natürlich nicht erfolgen wird. Außerdem verträgt sich beileibe nicht jedes Medikament mit dem Tauchsport. Aber: „Tauchen ist per se keine Risikosportart“, stellte van Laak klar. Gefährlich ist das, was der Experte als „Aldi-Tauchen“ bezeichnete: möglichst viele Tauchgänge, gerne auch mehrere am Tag und möglichst tief. Dieses „High-Impact-Diving“ erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Tauchunfalls beträchtlich. Ansonsten ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor den Flüssigkeitsverlust. Beim Tauchen verliert der Körper verstärkt Flüssigkeit durch vermehrtes Schwitzen, trockene Flaschenluft und osmotische Effekte im Salzwasser. Außerdem kommt es zu einer Zentralisierung des Blutes: „Allein wenn Sie in einen Swimmingpool steigen, verschiebt sich bis zu einem Liter von der Peripherie nach zentral“, so Dr. van Laak. Mit fatalen Folgen: Bei Sporttauchern passieren die Hälfte der Todesfälle durch Ertrinken beim Sprung ins Wasser –



