Webtipp
Welches Krankenhaus ist das richtige für mich?
Wie viele Behandlungen hat die jeweilige Fachabteilung der Klinik innerhalb des untersuchten Jahres ausgeführt? Wie erfolgreich wurden wichtige Behandlungen durchgeführt? Und worauf muss man bei der Wahl des Krankenhauses achten? Antworten auf diese und andere Fragen erhält man nun über das patientenfreundliche Portal www.weisse-liste.de. Dort haben Fachleute im Auftrag der Betreiber, zu denen die Dachverbände von Patienten- und Verbraucherorganisationen sowie die Bertelsmann Stiftung gehören, unter anderem die entsprechenden Qualitätsberichte der Krankenhäuser so aufgearbeitet und präsentiert, dass die Infos auch für Laien verständlich und vergleichbar werden. Ziel der Site: Das für den jeweiligen Patienten passende Angebot zu ermitteln. „Das beste Krankenhaus gibt es gar nicht. Es gibt immer nur das für den jeweiligen Patienten passende Krankenhaus“, so Sebastian Schmidt-Kaehler vom Projektbüro Weisse Liste.
Übersichtlich präsentiert sich die Startseite und schon auf den ersten Blick erkennt der Nutzer, wo die Eingabe des entsprechenden Behandlungsfalls erfolgen kann. Mögliche Eingaben umfassen die Krankheit, die Behandlung oder die Untersuchung. Ein umfangreiches Wörterbuch, das von Medizinlinguisten der Freiburger Universität entwickelt wurde, unterstützt dabei die Nutzer. So können sie beispielsweise „Zucker“ eingeben, wenn sie die Zuckerkrankheit meinen, welche der Mediziner als Diabetes mellitus Typ 2 bezeichnet. Die Datenbank der Site liefert nun verschiedene Optionen, unter denen der Nutzer die von ihm gemeinte auswählt – mit dem Stichwort Zucker könnte er beispielsweise auch eine Zuckerunverträglichkeit meinen. Nach diesem Schritt können die Nutzer wählen: Wollen sie die Auswahl noch weiter verfeinern, umfangreiche Klicklisten ausfüllen um so eine speziellere Anzeige zu erhalten – oder wollen sie den ganz schnellen Weg gehen und per Schnellansicht die einzelnen Krankenhäuser mit den entsprechenden Fachabteilungen angezeigt bekommen?
Der aufwändigere Weg kostet Zeit, ist aber gerade für Nutzer, die sich noch nie mit dem Thema Krankenhaus beschäftigt haben, empfehlenswert. „Wir haben lange diskutiert, wie umfangreich das ausführlichere Verfahren sein darf“, so Schmidt-Kaehler. „Klickt sich jemand auf der Suche nach dem passenden Krankenhaus eine halbe Stunde durch den Suchassistenten? Die Reaktionen der Nutzer haben uns gezeigt: Wer ernsthaft erkrankt ist, der empfindet die ausführlichen Fragebögen zur näheren Eingrenzung nicht als Belastung, sondern als Hilfe.“ Anhand der umfangreichen Fragebögen bestimmen die Nutzer ihre speziellen Auswahlkriterien. Die Ergebnisliste zeigt diese Kennzahlen dann zu den entsprechenden Kliniken an. Wer beispielsweise beim Fußball gefoult wird und nach einem Kreuzbandriss operiert werden muss, kann sich anzeigen lassen, wie viele Fälle die Kliniken in der näheren Umgebung behandelt haben, ob die Ausstattung der Zimmer den eigenen Wünschen entspricht und wie viele Patienten jeweils ein Arzt betreut.
Neben Ausstattung und Behandlungshäufigkeit liefern die Qualitätsberichte auch Informationen darüber, ob die Fehlerquote bei wichtigen Behandlungen im Rahmen liegt oder ob sie auffällig hoch ist. Hier signalisieren rote oder grüne Punkte, ob die Behandlungsqualität gemäß den Prüfungsverfahren gut oder eher weniger gut war.
Insgesamt bietet www.weisse-liste.de einen umfangreichen Service für Patienten an. Wer eine Klinik für einen Eingriff sucht, kann sich hier vorab umfassend informieren und die einzelnen Angebote vergleichen. Vielversprechend hört sich auch ein weiterer geplanter Service des Portals an – mit Hilfe eines standartisierten Fragebogens wollen die Betreiber von www.weisse-liste.de in Erfahrung bringen, wie Patienten das jeweilige Krankenhaus aus ihrer subjektiven Sicht bewerten. Denn diese Eindrücke fehlen in den Qualitätsberichten der Krankenhäuser gänzlich.
Seit vier Jahren sind die Krankenhäuser verpflichtet, alle zwei Jahre über die häufigsten Diagnosen, die häufigsten chirurgischen Eingriffe, über die Anzahl des Personals und den Erfolg wichtiger Behandlungen Rechenschaft abzulegen – in einem Qualitätsbericht. So soll Transparenz entstehen. Gleichzeitig dienen diese Berichte dazu, den Patienten als Orientierung bei der Wahl des Krankenhauses zu dienen. Das Problem: Die Betroffenen haben es schwer, sich durch umfassende Dokumentationen zu wühlen – ganz abgesehen von dem medizinischen Fachvokabular, was dem einen oder der anderen die Lektüre dieser trockenen Berichte zusätzlich erschwert.
Abhilfe versprechen Websites, welche die Inhalte der einzelnen Berichte auf das Wichtigste reduzieren und zusätzlich in übersichtlichen Darstellungen die Leistungen der jeweiligen Abteilungen vergleichbar machen. Neben dem neuen Portal www.weisse-liste.de bieten beispielsweise auch www.klinik-lotse.de, www.krankenhaus-navigator.de sowie www.tk-online.de (Stichwort: Kliniksuche) übersichtliche Darstellungen.



