Falten-Risiken – von Eheglück bis Körperfett

Witwen bleiben länger jung

Medical Tribune Bericht

CLEVELAND – Rauchen, zu viel Sonne und stressige Lebensführung lassen frühzeitig ganz schön alt aussehen. Ein bisschen Speck dagegen kann das Alter kaschieren. Diese Erkenntnis wurde jetzt auch statistisch untermauert.

Wie ein Mensch altert, liegt in den Genen. Aber wann er altert, wird maßgeblich von seinen Erlebnissen und seinem Lebensstil geprägt. Das bestätigte jetzt eine große US-Untersuchung. Ihre Studienteilnehmer, weit überwiegend Frauen, rekrutierten Dr. Bahman Guyuron von der Case Western Reserve University in Cleveland und seine Mitarbeiter bei einem großen Zwillingstreffen.

Zwillinge als Beweis

186 Zwillingspaare füllten Fragebogen zu ihren Lebensverhältnissen und -ereignissen aus. Anschließend wurden sie bei jeweils identischen Lichtverhältnissen fotografiert. Anhand der Bilder des Paares bewerteten vier „Schiedsrichter", welche der beiden Personen älter bzw. mehr verknittert wirkte. Anschließend wurden die „Befunde" mit den Daten aus den Fragebogen korreliert. So wurden Faktoren ermittelt, die signifikant das visuelle Alter bestimmen:

  • Rauchen macht sich demnach nach fünf Jahren Nikotinkonsum im Gesicht bemerkbar, z.B. durch Falten um den Mund. Pro zehn Jahre Qualmerei erschienen die Probanden um 2,5 Jahre älter.
  • Sonnenlicht lässt ebenfalls signifikant altern. Teilnehmerinnen, die Hobbys im Freien frönten, etwa Golf oder Tennis, wirkten älter als ihre stubenhockenden Zwillingsschwestern.
  • Hormonersatztherapie dagegen lässt Frauen jünger erscheinen. Mit zunehmendem tatsächlichem Alter nimmt dieser Effekt zu.
  • Alkohol macht alt. Abstinenzlerinnen sahen signifikant frischer und knackiger aus als ihre trinkenden Zwillingsschwestern.
  • Antidepressiva-Einnahme, auch in der Vergangenheit, geht mit älterem Aussehen einher.
  • Eheglück hat ambivalente Effekte. Einerseits erhält es jugendliche Schönheit. So sahen geschiedene Frauen 1,7 Jahre älter aus als ihre nicht geschiedenen Zwillingsschwestern. Andererseits jedoch erschienen Witwen zwei Jahre jünger als Frauen mit noch lebendem Ehepartner. Dieser Jungbrunnen-Effekt wurde übrigens auch bei Witwern gesehen.
  • Körperfett hat ebenfalls mal diese, mal jene Wirkung auf die Optik. Ein um vier Punkte höherer Body-mass-Index bewirkt bei unter 40-Jährigen, dass sie älter erscheinen als die schlankeren Zwillinge. Im Alter über 40 Jahre sorgen die paar zusätzlichen Kilo für mehr Jugendlichkeit. Bei acht BMI-Punkten mehr sind 55 Lebensjahre die „Wegscheide". Bis dahin wirkt man mit einem so reichlichen Polster älter. Ab 55 Jahren jedoch sorgt die Hautstraffung durch den Speck für eine jünger wirkende Erscheinung.

Bahman Guyuron et al., Plastic and
Reconstructive Surgery 2009

MTD, Ausgabe 13 / 2009 S.20, abc, Foto: Jupiterimages

Kommentare zum Artikel

#1Witwen bleiben länger jung

Medical Tribune / 08.04.09 15:40
Rauchen, zu viel Sonne und stressige Lebensführung lassen frühzeitig ganz schön alt aussehen. Ein bisschen Speck dagegen kann das Alter kaschieren. Diese Erkenntnis wurde jetzt auch statistisch untermauert.