Lockendes Nikotin
Rauchen im Mutterleib erlernt?
Medical Tribune Bericht
Amerikanische Ärzte wollten jetzt genauer wissen, in welchen Lebensphasen Mutters Zigarettenqualm das Kind zum Raucher formt. Für ihre Analyse griffen sie auf die Daten der Tucson Children’s Study zurück. Darin war der mütterliche Qualmstatus nicht nur während der Schwangerschaft erhoben worden, sonder auch als das Kind 1,5 Monate, anderthalb, sechs, neun und elf Jahre alt war. Ob der Nachwuchs schmauchte, prüfte man im Alter von 16 und 22 Jahren.
Das Ergebnis der Untersuchung wurde jetzt auf der Jahrestagung der American Thoracic Society präsentiert: Demnach ist das mütterliche Rauchen in der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren des Kindes entscheidend für die Nikotinkarriere der Sprösslinge. Frauen, die dem blauen Dunst erst während der Schulzeit ihrer Kinder abschwören, können damit nicht mehr verhindern, dass diese mit 22 Jahren selbst regelmäßig zur Zigarette greifen.
Und wer bereits im Mutterleib oder in der Wiege vom mütterlichen Nikotin umgeben war, greift nicht nur als junger Erwachsener öfter selbst zum Glimmstängel – einmal mit dem Laster angefangen – hat er auch wesentlich größere Schwierigkeiten, wieder aufzuhören. Die Schadwirkung des mütterlichen Rauchens in der ersten Lebensphase ist nach dieser Studie völlig unabhängig davon, ob auch der Vater oder die Freunde des Kindes dem blauen Dunst anhängen.



