Schon Studentinnen machen's

Jeder 3. Orgasmus vorgetäuscht

Medical Tribune Bericht

WIEN – Ihre Last mit der Lust haben Frauen überraschend häufig schon in jungen Jahren, wie eine Umfrage bei 600 Studentinnen in Hannover zeigte.
Jede Dritte gab zu, manchmal einen Orgasmus vorzutäuschen, berichtet Dr. Michael Truss von der Medizinischen Hochschule Hannover beim Europäischen Urologenkongress. Die Auswertung ergab ferner, dass 40 % der Studentinnen - zumindest zeitweilig - Probleme mit ihrer Sexualfunktion haben. Dieser unerwartet hohe Anteil betraf alle vier Bereiche der Sexualität - sexuelle Lust, Erregbarkeit, Lubrikation, Orgasmusfähigkeit - gleichermaßen, erklärt Dr. Truss. Die 600 Studentinnen rekrutierte eine Doktorandin, indem sie Kommilitoninnen bei Immatrikulation oder Rückmeldung um Mithilfe für ihre Fragebogenaktion bat.
Testosteronmangel legt Verlangen lahm
Große Zahlen präsentierte auch Prof. Dr. Alessandra Graziottin aus Mailand; sie stellte eine Untersuchung bei fast 2500 Frauen aus verschiedenen EU-Ländern zu Sexualstörungen vor. Über alle Grenzen hinweg wurde dabei klar, dass eine chirurgische Menopause das sexuelle Verlangen massiv "lahm legt". Hier sei ein Mangel an Testosteron als Schlüsselfaktor anzusehen, Östrogene wirkten in dieser Situation nur permissiv.
Bei Inkontinenz oft Erregungsprobleme
Wenn andererseits Probleme im unteren Urogenitaltrakt bestehen, etwa eine Inkontinenz, dann sind nach ihrer Erfahrung sehr häufig auch Erregungsprobleme anzutreffen, und es kommt vielfach zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Diese Beschwerden sollten nicht als "Kopfproblem" behandelt werden, sondern haben in vielen Fällen ein biologisches Korrelat: Die Schmerzfasern sind bei diesen Frauen nachweislich verstärkt und reichen bis in oberflächliche Bereiche. Therapeutisch sind dann Östrogene lokal das Mittel der Wahl, so die Gynäkologin.
MTD, Ausgabe 40 / 2004 S.8, Le

Kommentare zum Artikel

#1Jeder 3. Orgasmus vorgetäuscht

Medical Tribune / 28.11.07 20:07
Ihre Last mit der Lust haben Frauen überraschend häufig schon in jungen Jahren, wie eine Umfrage bei 600 Studentinnen in Hannover zeigte.