Adrenalin / Noradrenalin (lateinisch)
Medical Tribune Onlinebericht
Adrenalin und Noradrenalin sind Botenstoffe, die im Nebennierenmark und den sympathischen Nervenzellen gebildet werden. Auch Stresshormone genannt, da sie unter psychischem oder körperlichem Stress freigesetzt werden. Evolutionäre Bedeutung: Aktivieren alle Körperfunktionen, die Kampf oder Flucht ermöglichen. Adrenalin steigert den Blutdruck durch Verengung der Blutgefäße, erhöht die Pulsfrequenz und Pumpkraft des Herzens, erweitert Bronchien und Pupillen, steigert den Sauerstoffverbrauch und mobilisiert Fett- und Zuckerreserven aus Körperzellen ins Blut. Dadurch erhöht sich der Blutzuckerspiegel, weshalb Adrenalin entgegengesetzt zum Hormon Insulin wirkt.
Noradrenalin unterscheidet sich chemisch nur durch eine Methylgruppe von Adrenalin, seine Wirkungen sind jedoch zum Teil schwächer oder gar entgegengesetzt. Noradrenalin steigert zwar ebenfalls den Blutdruck, verbessert aber nicht die Pumpkraft des Herzens, senkt die Pulsfrequenz und hat kaum Wirkung auf den Blutzuckerspiegel. Beide Hormone vermindern die Magen-Darm-Tätigkeit, da Verdauung in Stress-Situationen unnötig Energie verbrauchen würde.
Obwohl die Zivilisation Kampf- und Fluchtreaktionen überflüssig macht, folgt der Körper immer noch den Wirkungen des Adrenalins und erhöht dadurch die Leistungsfähigkeit.
Bei Dauerstress stehen jedoch negative Effekte im Vordergrund: Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Angina-pectoris-Anfälle oder Angstzustände. Deshalb ist ein Angriffspunkt bei chronischem Bluthochdruck: Stress abbauen!
Wird therapeutisch beim allergischen Schock, Herzstillstand und als Zusatz bei lokalen Betäubungen eingesetzt.



