Hepatitis B
Hepatitis B ist eine durch das Hepatitis-B-Virus (HBV) verursachte Entzündung der Leber, bei der von der Ansteckung bis zum Ausbruch eine relativ lange Zeit von einem bis zu sechs Monaten vergeht.
Die Hepatitis B verläuft meist schwerer als die Hepatitis A und heilt nicht so rasch aus wie diese. Vielfach entwickelt sich eine akute Leberentzündung mit Symptomen, die denen der Hepatitis A sehr ähnlich sind.
Zu den typischen Symptomen einer Hepatitis-B-Infektion zählen Magen-Darm-Beschwerden und Müdigkeit. Die Betroffenen leiden zudem an Appetitlosigkeit, Übelkeit, Durchfällen und haben einen Widerwillen gegen Nikotin und Alkohol. Oft treten zusätzlich Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Fieber auf. Etwa die Hälfte der Patienten entwickelt einen so genannten Ikterus (Gelbsucht = Gelbfärbung der Haut). Die Leber ist oft vergrößert und reagiert schmerzhaft auf Druck. Bei einem Teil der Kranken kann auch eine Vergrößerung der Milz beobachtet werden.
In 90 Prozent der Fälle heilt die Hepatitis B nach ein bis sechs Monaten aus. Etwa 10 Prozent der Infizierten erleiden jedoch einen erneuten Entzündungsschub und bei einigen Betroffenen heilt die Hepatitis B nicht mehr völlig aus und geht in die chronische Form dieser Erkrankung über. Die chronische Hepatitis B führt im Verlaufe von einigen Jahren zu einer zunehmenden Zerstörung des Lebergewebes und unter Umständen zu Leberkrebs. In den seltensten Fällen kann die Erkrankung derart aggressiv verlaufen, dass es zu einem lebensbedrohlichen Leberversagen kommt.
Häufige Ursachen
Das Hepatitis-B-Virus wird in den meisten Fällen durch verseuchtes Blut oder beim Geschlechtsverkehr übertragen. Um eine Ansteckung hervorzurufen, genügen schon geringe Mengen infizierten Blutes, die beispielsweise an nicht richtig gereinigten Instrumenten haften. Auch durch Nadelstichverletzungen kommt es immer wieder zur Virusübertragung.
Das Hepatitis-B-Virus ist neben dem Blut auch in anderen Körperflüssigkeiten wie Sperma oder Speichel in relativ hoher Konzentration enthalten. Selbst wenn nur geringe Mengen dieser Körperflüssigkeiten in den Körper eines anderen Menschen gelangen, kann es daher zur Infektion kommen.
Dialysepatienten und Menschen, die eine Bluttransfusion erhalten, sind einem erhöhten Hepatitis-B-Risiko ausgesetzt. Allerdings ist das Übertragungsrisko des HBV durch Blut oder Blutprodukte mittlerweile durch die routinemäßige Überprüfung von Blutprodukten auf Viren äußerst gering. Unter Drogenabhängigen ist die Infektionsrate jedoch auch heute noch relativ hoch.
Wann Sie zum Arzt müssen
Wenn Sie eines der typischen Anzeichen einer Hepatitis-B-Infektion wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Durchfälle, Dunkelfärbung des Urins, Fieber, Druckschmerzen im rechten Oberbauch und vor allem eine Gelbverfärbung der Haut und Augen beobachten, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Dieser kann durch Blutuntersuchungen eine eindeutige Diagnose stellen. Für die Diagnose und die Verlaufsbeurteilung sind vor allem die Bestimmung der Virus-Antigene und die im Verlauf der Infektion vom Immunsystem produzierten Antikörper (Anti-HBs, Anti-HBc und Anti-HBe) von Bedeutung. Des weiteren ist eine Erhöhung der Leberenzyme (Transaminasen) charakteristisch für eine Hepatitis-B-Infektion.
Bei einem Teil der Infizierten kann man sowohl im Blut, Urin und im Stuhl Teile des Hepatitis-B-Virus, die man als "Australia-Antigen" bezeichnet, nachweisen. Der Nachweis des Australia-Antigen ist ein eindeutiger Beweis für eine HBV-Infektion; ein negativer Befund bedeutet hingegen nicht zwingend, dass keine Hepatitis-B-Infektion vorliegt.
Was Ihr Arzt tun kann
Medikamente zur Behandlung einer Hepatitis-B-Infektion gibt es bisher nicht. TherapieStandard nach Ausbruch der Erkrankung ist die Verabreichung von Interferonen. Bei den Interferonen handelt es sich um Zucker-Eiweiß-Moleküle, die auch vom menschlichen Körper selbst in geringen Mengen produziert werden. Sie wirken antiviral und stimulieren das Abwehrsystem. Dadurch helfen sie dem Körper, die Virusinfektion zu bekämpfen. Oft werden auch antivirale Medikamente wie Famciclovir und Ganciclovir gegen Hepatitis-B-Viren eingesetzt. Wichtig ist, dass die Kranken bis zur Normalisierung Bettruhe einhalten und ihre Leber durch eine entsprechende Diät geschont wird.
Vorbeugung
Da die Übertragung des Hepatitis-B-Virus in erster Linie durch verseuchtes Blut erfolgt, ist der umsichtige Umgang mit Blutkonserven, das Benutzen von Einmalspritzen und genaues Einhalten der Sterilisationsvorschrifften bei Instrumentenreinigung die wichtigste Vorsorge. Wichtig ist auch, dass Personen mit positivem AustraliaAntigen kein Blut spenden dürfen. Eine Ansteckung mit dem Hepatitis-B-Virus beim Geschlechtsverkehr kann man durch Benutzung von Kondomen verhindern.
Die beste vorbeugende Maßnahme ist eine Impfung gegen Hepatitis B. Der volle Schutz wird bereits nach 3 Impfungen erreicht. Die Impfung ist besonders bei Personen anzuraten, die durch ihren Beruf häufiger mit Blut in Kontakt kommen (Krankenhauspersonal) oder bei Personen, die wechselnde Geschlechtspartner haben.
Links
http://www.rki.de/cln_006/nn_225576/DE/Content/InfAZ/H/HepatitisB/HepatitisB.html: Robert-Koch-Institut
http://www.kompetenznetz-hepatitis.de
Quelle: www.meine-gesundheit.de, © by Medizinische Medien Informations GmbH, alle Rechte vorbehalten



