Erkältung
Erst kribbelt die Nase, dann läuft sie und dazu kommen Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit: Über kurz oder lang bleibt wohl keiner von einer Erkältung verschont. Durchschnittlich einmal jährlich erwischt es erwachsene Mitteleuropäer, bei kleinen Kindern sind auch zehn Erkältungen im Jahr nichts Ungewöhnliches. Und obwohl die Erkältung wahrscheinlich die Nummer eins unter den Volksleiden ist, gibt es immer noch keine echte Waffe gegen sie. Nach wie vor gilt: Eine Erkältung dauert mit Medikamenten sieben Tage - ohne eine Woche.
Was löst den Schnupfen aus?
Eine Erkältung wird durch verschiedene Virustypen verursacht. Die Viren werden von Mensch zu Mensch über Tröpfchen weitergegeben, also zum Beispiel durch Husten oder Niesen. Kälte erleichtert den Viren ihre Arbeit, deshalb ist die Erkrankung in den Wintermonaten häufiger. Auch Stress schwächt das Immunsystem und begünstigt so die Infektion. Schon wenige Stunden, nachdem die Viren gelandet sind, beginnt sich die Erkältung meistens schon bemerkbar zu machen.
Welche Symptome sind unverkennbar?
Typisch für eine Erkältung sind Husten, Schnupfen und Heiserkeit. Der Husten kann als trockener Reizhusten oder auch mit Auswurf auftreten. Der Schnupfen ist wässrig und die geschwollene Nasenschleimhaut macht das Atmen schwer. Außerdem fühlen sich die meisten Betroffenen ziemlich abgeschlagen und die Temperatur kann erhöht sein. Häufig ist auch der Rachen in Mitleidenschaft gezogen und es kommt zu einem Kratzen im Hals und eventuellen Schluckbeschwerden. Im Unterschied zur echten Grippe sind Kopf- und Gliederschmerzen selten und das Fieber steigt auch kaum über 39 Grad.
Ist die Diagnose schwierig?
Die klassischen Symptome geben den Meisten schnell zu verstehen, dass sie erkältet sind. Daneben zeigen sich bei einer Untersuchung durch den Arzt die Schleimhäute der Nase und des Rachens gerötet.
Welche Behandlung hilft?
Die Behandlung einer Erkältung kann nur die Symptome bekämpfen, gegen die Viren selbst ist sie machtlos. Nasentropfen, die abschwellend wirken, helfen beim Atmen durch die Nase, Hustentropfen oder –säfte bekämpfen den Hustenreiz und helfen beim Abhusten. Viele Patienten haben auch gute Erfahrungen mit pflanzlichen Präparaten gemacht.
Welche Komplikationen können auftreten?
In der Regel ist eine Erkältung nach acht bis zehn Tagen folgenlos ausgestanden. Allerdings besteht die Gefahr, dass sich Bakterien auf den gereizten Schleimhäuten festsetzen und weitere Infektionen auslösen (bakterielle Superinfektion). Dazu zählt beispielsweise eine Nebenhöhlenentzündung. Typische Symptome sind starke Kopf- und Gesichtsschmerzen, das Schnupfensekret ist gelblich verfärbt. Meist ist der Geruchssinn beeinträchtigt und es kann zu Fieber kommen.
Auch das Mittelohr kann von Bakterien angegriffen werden. Eine Mittelohrentzündung zeigt sich durch starke Ohrenschmerzen, nachlassendes Gehör und Fieber. Säuglinge, die darunter leiden, greifen sich häufig ans Ohr.
Ebenfalls gefährdet sind die Mandeln. Bei einer Mandelentzündung kommt es zu starken Halsschmerzen und Schmerzen beim Schlucken. Außerdem haben die Patienten Fieber und fühlen sich ausgesprochen krank.
Bakterien können sich aber auch in der Lunge ansiedeln und dort zu einer Lungenentzündung führen. Symptome sind Abgeschlagenheit, Husten mit meist gelblichem Auswurf, Fieber und manchmal auch Luftnot.
Diese bakteriellen Infektionen sollten unbedingt ärztlich behandelt werden. In der Regel ist eine Therapie mit Antibiotika erforderlich, damit sie vollständig ausheilen.
Was können Betroffene selber tun?
Grundsätzlich ist bei Erkältungen körperliche Schonung und der Verzicht aufs Rauchen zu empfehlen. Kamillen- oder Salbeidampfbäder können die Beschwerden lindern. Auch warme Getränke, eventuell mit Honig versetzt, und Lutschpastillen beruhigen die gereizten Schleimhäute. Der Nase kann die Spülung mit einer Kochsalzlösung helfen. Dazu wird ein Esslöffel Speisesalz in einem Liter lauwarmen Wasser aufgelöst und mit dieser Lösung kann die Nase drei bis vier Mal am Tag gespült werden. Hilfreich sind dabei kleine Geräte, die Nasenduschen. Wenn die Nasenschleimhaut auf diese Weise gereinigt und befeuchtet wird, hat sie es leichter, sich zu erholen.
Wie kann man Schnupfenviren vorbeugen?
Eine echte Vorbeugung gegen Erkältungen gibt es nicht. Das Immunsystem wird durch sportliche Aktivitäten und Saunabesuche gestärkt, das macht es den Erkältungsviren etwas schwerer, sich einzunisten.
Natürlich ist es ratsam, anderen Erkälteten nicht zu nahe zu kommen, um sich nicht anzustecken. Außerdem ist entsprechende warme Kleidung in der kalten Jahreszeit empfehlenswert. Die Grippeimpfung verhindert nur eine echte Grippe, die durch andere Viren ausgelöst wird, gegen Erkältungen ist sie wirkungslos.
Links
www.freenet.de/freenet/fit_und_gesund/gesundheit/erkaeltung_grippe/erkaeltung/: Enthält eine einfach formulierte Übersicht über Erkältungen, gibt auch Tipps und informiert über mögliche Komplikationen.
www.gesundheit.de/medizin/erkrankungen/grippe-und-erkaeltung/: Stellt eine umfangreiche Artikelsammlung rund um die Themen Erkältung und Grippe zur Verfügung.
www.stiftung-warentest.de/medikamente/p,selbstmedikation/k,mund_hals_atemwege/g,erkaeltung/i,erkaeltung.html: Bietet eine spezielle Übersicht über Medikamente, die bei Erkältungen eingesetzt werden. Beurteilt zudem die Substanzen, die zur Selbstmedikation frei verkäuflich sind.
www.wissenschaft.de/wissen/news/236584.html: Ein netter Artikel über eine Studie, die besagt, dass Singen bei Erkältungen hilft.



