Stickige Gummistiefel und Turnschuhe

Die kleine Klimakatastrophe mit dem Fusspilz

Medical Tribune Bericht

Ideal für Pilzinfektionen ist feuchtwarmes Milieu im geschlossenen Schuh. Stickige Gummistiefel oder Turnschuhe machen es dem Pilz besonders leicht.

Feriensouvenir gefällig? Auf bestimmte Andenken verzichtet jeder gern! Zum Beispiel auf den Tinea pedis – gemeinhin als Fußpilz bekannt. Als häufigster Erreger der Krankheit gilt der Fadenpilz Trichophyton rubrum. Besonders oft tummelt sich der Übeltäter in Schwimmbädern, Sporthallen, Duschen, öffentlichen Toiletten und Hotelzimmern.

Nicht jeder ist gleich anfällig für eine Fußpilzinfektion. Während die einen andauernd und überall barfuß laufen können, ohne sich den Fadenpilz einzufangen, müssen andere ständig auf der Hut sein. In öffentlichen Bädern beipielsweise schützen Badeschuhe –  wer sichergehen will, trägt sie auch unter der Dusche. Viele Fußbodenflächen, auch Teppichböden in Hotelzimmern, bieten dem Pilz ideale Schlupfwinkel. Wer empfindlich ist, sollte hier das Barfußlaufen bleiben lassen – der Mikroorganismus ist übrigens anspruchslos und überlebt auch im Trockenen mehrere Monate.

Sportler trifft’s

Die Fußpilzinfektion, auch Fußmykose genannt, wird von Mensch zu Mensch übertragen, aber nicht durch direkten Hautkontakt. Vielmehr indirekt: Jeder verliert täglich kleinste Hautschuppen, so klein, dass man sie kaum mit bloßem Auge sehen kann. Auf diesen Schüppchen sitzt der Pilz. Läuft jemand barfuß und tritt darauf, gelangt der potenzielle Krankheitserreger zum nächsten Fuß. Findet er dort eine geeignete Stelle, versucht die Infektion sich auszubreiten. Wer seine Füße ständiger Feuchtigkeit aussetzen muss, etwa ein Bademeister, ist besonders gefährdet. Auch Gummistiefel bieten dem Pilz ein prima feuchtwarmes Klima.

Und Turnschuhträger zählen ohnehin zu einer besonderen Risikogruppe: Im englischen Sprachraum redet man bezeichnenderweise vom „athlete’s foot", weil gerade Sportler oft an Fußpilz leiden. Besonders leichtes Spiel hat Tinea pedis bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Häufig siedelt sich der Pilz zwischen den eng stehenden Fußzehen an, vor allem zwischen dem dritten und vierten. Die befallene Haut ist zunächt leicht gerötet, später wirkt sie „aufgeweicht", also weißlich verquollen und schuppig. An den Seiten der Zehen bilden sich oft Bläschen. Spannungsgefühl und Juckreiz plagen zudem.

Pilznachweis unter dem Mikroskop

Auch auf die Zehennägel kann die Pilzerkrankung übergreifen – langwierige Nagelpilzinfektionen, sogenannte Onychomykosen, können quälend sein. Der Pilz erobert gerne noch weitere Areale der Haut und befällt dann bevorzugt Hände, Achselhöhlen und Leistenregion. Wenn Bakterien – typischerweise Streptokokken – mit ins Spiel kommen und kleine Hauteinrisse als Eintrittspforte nutzen, können sich schwere Entzündungen der Haut „aufpfropfen". Für eine derartige Wundrose charakteristisch sind nässende Abschürfungen zwischen den Zehen und im Bereich des Fußgewölbes juckende, wasserklare bis gelblich getrübte Bläschen mit schuppiger Abheilung.

Für eine zuverlässige Diagnose muss man bei Verdacht zum Arzt. Denn ein Pilznachweis unter dem Mikroskop ist notwendig. Wichtig: Eine Fußpilzerkrankung verschwindet nicht ohne Behandlung. Die lokale Therapie der befallenen Hautbezirke erfolgt mit Cremes, Lösungen oder Sprays. Bei schwerem Befall kann sogar eine Behandlung mit Tabletten nötig werden. Mittel mit Wirkstoffen gegen Pilzinfektionen heißen in der Fachsprache übrigens Antimykotika.

So beugen Sie vor

  • Nicht andauernd geschlossene Schuhe tragen, meiden Sie Schuhe aus Kunststoff und bevorzugen Sie Modelle aus atmungsaktivem Leder.
  • Nach dem Duschen oder Baden die Füße abgetrocknen, besonders zwischen den Zehen.
  • In Bädern, Wellnessanlagen und Hotelzimmern immer Badeschuhe tragen.
  • Füße weg von Desinfektionsduschen: Die verwendeten Mittel sind zu mild. Zweitens: Rund um die Fußduschen tummeln sich Keime, weil jeder seine Füße dort hinstreckt – natürlich auch vom Fußpilz befallene.
  • Bei Anfälligkeit: Baumwollsocken tragen und täglich wechseln.

Der Autor Mischa Hauswirth ist Journalist
für Wissenschaft und Medizin.

MTPub, Ausgabe G & M, Nr. 3 / 2008 S.22, Mischa Hauswirth

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Kommentare zum Artikel

#1Die kleine Klimakatastrophe mit dem Fusspilz

Medical Tribune / 06.08.08 12:06
Ideal für Pilzinfektionen ist feuchtwarmes Milieu im geschlossenen Schuh.
Stickige Gummistiefel oder Turnschuhe machen es dem Pilz besonders leicht.