Montag, 02. Februar 2015

Honorar und Abrechnung

Berufgenossenschaft muss für alle Anfragen zahlen!
12.12.2011
Von: Maximilian Guido Broglie, Foto: thinkstock
Artikel Nummer: 17296
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BG: Honorar für Auskunft nicht vom Inhalt abhängig

Wenn die Berufgenossenschaft anfragt, muss sie für die Antwort zahlen - und zwar auch dann, wenn sie sich mit der Anfrage geirrt hat.


Ein Arzt für Allgemeinmedizin fragt:

Ich erhielt eine BG-Anfrage nach Ziffer 110 BG-GOÄ bezüglich eines Patienten mit einer Knieverletzung. Nach Akteneinsicht musste ich feststellen, dass der Patient wegen dieser Verletzung bei mir nicht in Behandlung war. Ich teilte dies der Berufsgenossenschaft mit und rechnete die Ziffer 110 plus Porto ab. Die BG will für die bloße Mitteilung, dass der Patient nicht in Behandlung war, nicht zahlen. Ich halte das für nicht korrekt, da ich Akteneinsicht nehmen musste und mir Kosten entstanden sind.

Maximilian Guido Broglie, Fachanwalt für Sozialrecht:

Die Frage, ob ein Arzt vom Unfallversicherungsträger eine Vergütung fordern kann, hängt nicht davon ab, ob ein Patient bei einer  Unfallversicherung versichert ist, ob er einen Berufsunfall hatte oder ob der Versicherte überhaupt bei dem Arzt in Behandlung war. Entscheidend ist, welche Leistung der Unfallversicherungsträger vom Arzt verlangt hat und welche Leistung dieser daraufhin erbrachte.

 

Nach § 51 Vertragsärzte-Unfallversicherungsträger richtet sich die Vergütung für ärztliche Leistungen nach dem vereinbarten Leistungs- und Gebührenverzeichnis. § 57 Abs. 1 bestimmt, dass die Gebühr für Auskünfte, Bescheinigungen, Vordrucke, Berichte und Gutachten nach den Nummern 110 f. des Leistungs- und Gebührenverzeichnisses zu zahlen sind.

 

Die Leistung nach Nummer 110 des Leistungs- und Gebührenverzeichnisses (Vordruck F 1100 Auskunft/ Behandlung) wurde vom Unfallversicherungsträger verlangt. Diese Auskunft hat der Arzt dem Unfallversicherungsträger erteilt.

 

Welchen konkreten Inhalt diese Auskunft hat, spielt keine Rolle. Die Auskunft muss nur vollständig sein, denn für unvollständige Auskünfte gibt es keine Vergütung (§ 57 Abs. 2 Abkommen Ärzte Unfallversicherungsträger). Die Auskunft des Arztes war zwar knapp, aber wahrheitsgemäß und vollständig. Er hat deshalb einen Anspruch auf die Vergütung nach Nummer 110 des Leistungs- und Gebührenverzeichnisses sowie Ersatz des Portos.

 

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