Mittwoch, 23. Juli 2014

Honorar und Abrechnung

Abrechnung mit der Berufsgenossenschaft nicht immer einfach.

Wie abrechnen nach Arbeitsunfall?

09.01.2012
Von: Dr. Gerhard Bawidamann, Foto: thinkstock
Artikel Nummer: 17268
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Wie abrechnen bei Op infolge von Arbeitsunfall?

Die Gebührenordnung der Berufsgenossenschaft enthält keine Ziffer für den Gesamtstatus. Aber wie wird bei einem BG-Fall dann die OP.-Vorbereitung abgerechnet?


Ein Allgemeinarzt fragt: Eine Patientin muss sich einer Operation am linken Kniegelenk (Umstellungsosteotomie) unterziehen, die Spätfolge eines Arbeitsunfalls ist und daher von der BG übernommen wird. Die prästationäre Diagnostik einschließlich EKG und Blutabnahme dürfte ebenfalls zu Lasten der BG gehen. Ich habe jedoch in der BG-Gebührenordnung keine Ziffer für den Gesamtstatus gefunden, auch nicht für das Protokollblatt. Wir haben behelfsweise Nr. 6 angesetzt, dies entspricht jedoch nicht annähernd der Nr. 8 in der GOÄ.

 

Dr. Gerhard Bawidamann, Arzt für Allgemeinmedizin, Nittendorf:

Die angesprochene Untersuchung zur Op.-Vorbereitung ist eine Angelegenheit der Berufsgenossenschaft und kann daher auch nur über die BG-GOÄ abgerechnet werden. Und hier hat der Kollege Recht, die BG-GOÄ kennt den Gesamtkörperstatus nicht und auch keinen frei formulierten Bericht im Sinne des Narkosevorbereitungsprotokolls, sondern nur Berichte auf Vordrucken nach Anforderung.

 

Die „normale“ GOÄ wurde ja nur im Anfangsteil, der den Hausarzt betrifft, mit größter Raffinesse dahin umgeändert, dass der Hausarzt weniger abrechnen kann, als die „normale“ GOÄ hier erlaubt hätte, während die weiteren Abschnitte unverändert, unkommentiert und wohl auch unbesehen übernommen wurden.

 

Vor allem Letzteres trifft sicher zu, denn wie sonst hätten sich in die BG-GOÄ Leistungen einschleichen können wie die Abtragung des Hymens (GOP 1061) oder die Vaginoskopie bei einer Virgo (GOP 1062) oder gar die Penisamputation (GOP 174), deren Bedeutung bei BG-Behandlungen nicht eben überragend sein dürfte!

Präoperative Diagnostik trotzdem nicht unattraktiv

Dennoch sieht die Abrechnung der präoperativen Diagnostik auf den zweiten Blick nicht ganz so trübe aus: Neben der BG-GOÄ-Ziffer 6 als „Ersatz“ für den Ganzkörperstatus (14,50 Euro) können die Ziffern 250 (Blutentnahme 2, 76 Euro) und 651 (EKG 17,47 Euro) angesetzt werden, was den Betrag von 34,73 Euro ergibt. Das vorgeschriebene Labor nach der EBM-Ziffer 3848 (Blutbild, Kalium, Glucose, Kreatinin und Gamma-GT), welches in der präoperativen Pauschale (EBM-Ziffer 13) bereits enthalten ist, wird hier für jeden Parameter einzeln abgerechnet, was einen Betrag von 14,49 Euro ergibt, mithin ergeben sich insgesamt also 49,22 Euro.

 

Zum Vergleich: Die EBM-Ziffer 13, die alle vorgenannten Leistungen beinhaltet, ist mit 1000 Punkten bewertet, was je nach Punktwert etwa 45 Euro ergibt. Da die BG mit echtem Geld (relativ hoher fester Punktwert) zahlt, und dies außerhalb des Kassendeckels ganz unbudgetiert, sollte man sich nicht grämen, wenn man (sicherlich selten) diese Leistung erbringen soll.

 

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