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Medikamente checken, Stolperfallen entfernen und viel gehen - Den „Altersschwindel“ von mehreren Seiten anpacken

Medizin und Markt , Fortbildung Autor: Maria Weiß

© fotolia/Photographee.eu

Viele ältere Menschen leiden unter chronischem Schwindel, der sowohl vestibuläre als auch zentrale Ursachen hat. Auch wenn man gegen die Alterung des Gleichgewichtssystems nicht viel ausrichten kann, gibt es durchaus Möglichkeiten, die Symptome zu behandeln.

Nicht nur Sehen und Hören werden schlechter – das Alter macht auch vor dem Gleichgewichtsorgan nicht halt. Dabei gilt es zu bedenken, dass dies das einzige Sinnesorgan mit 24-stündiger Aktivität ist, sagte Dr. Frank Waldfahrer von der Hals-Nasen-Ohren-Klinik am Universitätsklinikum Erlangen.

Die Folge: Der „Altersschwindel“, heute etwas höflicher als „multimodaler Schwindel“ bezeichnet. Typischerweise handelt es sich um ein Mischbild vestibulärer und zentraler Ursachen. Neben den Alterungsprozessen können weitere Faktoren wie diabetische Polyneuropathie, zentrale Vaskulopathien oder durchgemachte Frakturen das Ganze weiter begünstigen.

Viele Senioren nehmen mehrere Sedativa ein

Etwa ein Viertel der über 80-Jährigen klagt über solch eine Vertigo. Damit erhöhen sich Sturzrisiko und auch die Mortalität deutlich – die Angst vor Schwindelattacken und Stürzen kann zudem zur Immobilisierung und sozialen Isolation beitragen.

Sind andere Ursachen wie benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel, einseitiger peripherer Labyrinthausfall oder Hirnischämie ausgeschlossen, sollte man zuerst die ärztlich verordnete Medikation unter die Lupe nehmen.

Immer wieder stoße man auf ältere Patienten, die gleich mehrere zentral sedierende Substanzen einnehmen, so der HNO-Arzt. Dazu gehören niedrig potente Neuroleptika, Benzodiazepine, Z-Substanzen, Mirtazapin oder auch alkoholhaltige Tropfen, nach deren großzügiger Anwendung Hochbetagte schon mal leicht „betüddelt“ sein können. Einige Antivertiginosa wirken ebenfalls sedierend, sodass sich die längerfristige Anwendung bei Älteren schon wegen der Sturzgefahr verbietet.

Als Nächstes gilt es, das Wohnumfeld zu „entschärfen“, z.B. durch Entfernung von Teppichen und Kabeln als Stolperfallen. „Weiterhin sollten Sie die Senioren zu einem aktiven vestibulären Training motivieren – möglichst mit Anleitung durch einen erfahrenen Physiotherapeuten“, empfahl Dr. Waldfahrer.

Training vernachlässigt durch „Rentnerporsche“

Als großes Problem bezeichnete der Experte die weitreichende Versorgung mit Rollatoren, die es heute schon beim Discounter für wenig Geld gibt. „Damit macht man ohne Not aus einem Zweibeiner einen Vierbeiner“, mahnte der Referent. Gleichgewichtsstörungen nehmen wegen des ausbleibenden Trainings dadurch eher zu.

Will man medikamentös gegen den multimodalen Schwindel vorgehen, hat sich die Fixkombination aus Cinnarizin und Dimenhydrinat (Arlevert®) besonders bewährt. Die in Monotherapie sedierenden Antivertiginosa lassen sich hier aufgrund der synergistischen Wirkung niedriger dosieren, wodurch kein alltagsrelevanter dämpfender Effekt mehr auftritt. Das erlaubt auch eine Dauermedikation. In einer Meta­analyse ging der Schwindel durch die Kombi deutlich stärker zurück als unter den jeweiligen höher dosierten Monotherapien.

Vortrag „Schwindel – Einfache Therapiekonzepte für Ihre Praxis mit Fallbeispielen“ Medical Tribune CME Fortbildungen, unterstützt durch Hennig Arzneimittel

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