Diabetischer Fuß

Definition

Das diabetische Fußsyndrom, kurz diabetischer Fuß genannt, ist durch einen Komplex von Symptomen gekennzeichnet, die sich in Folge eines Diabetes mellitus entwickeln können. Der Entwicklung eines  diabetischen Fußsyndroms können zwei Ursachen zu Grunde liegen, eine Neuropathie und arterielle Durchblutungsstörungen, beide treten oft in Kombination auf. Beim neuropathischen Fuß sind die peripheren Nerven aufgrund jahrelang erhöhter Blutzuckerspiegel geschädigt. Beim ischämischen Fuß hingegen sorgen arterielle Durchblutungsstörungen dafür, dass mitunter ganze Gewebebezirke absterben.

ICD10-Code: E10.5

Symptomatik
  • Missempfindungen bzw. Gefühllosigkeit in Füßen und Zehen
  • Verminderung oder Verlust von Temperatur- und Schmerzempfinden
  • Übermäßig trockene Haut und Hyperkeratosen
  • Schaufensterkrankheit
  • Druckstellen an den Füßen, schlecht heilende Wunden
Untersuchung

Die Gefäßsituation lässt sich mithilfe von Doppler-Sonographie und Angiographie klären, zur Einschätzung der Nervenversorgung eignet sich eine orientierende neurologische Untersuchung (Stimmgabeltest, Reflexprüfung etc.). Bei infizierten Wunden ist eine mikrobiologischer Abstrich indiziert.

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Bildgebung
Diabetisches Gangrän. Offene Wunde bei einem diabetischen Fußsyndrom. © pflegewiki.de/ApoPfleger; CC BY-SA 3.0.
Labor
  • Blutbild
  • Entzündungsmarker (CRP)
  • Blutzucker, HbA1c
Differenzialdiagnostik

Andere Ursachen für neuropathische und angiopathische Fußsymptome einschließlich  Deformitäten, schlecht heilenden Wunden und Nekrosen. 

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Pharmakotherapie und nichtinvasive Therapie

Basis der Behandlung ist beim neuropathischen Fuß die Druckentlastung, bei angiopathischen Läsionen muss die Gefäßversorgung saniert werden. Das Wundmanagement gliedert sich in Débridement und stadiengerechte Behandlung mit Verbandstoffen. Infizierte Wunden werden systemisch mit Antibiotika therapiert.   

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Invasive und Interventionelle Therapie

Bei vaskulärer Komponente steht die interventionelle Verbesserung der Blutversorgung an erster Stelle, diese kann nach Befund z.B. mittels Stent-Implantation oder Gefäß-Bypass erfolgen. Amputationen sollten möglichst nicht durchgeführt werden oder nur als Teilamputation (Zehe, Vorfuß), sie sind jedoch bei therapieresistenten Patienten oft unverzichtbar.

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Prävention

Als Prophylaxe werden Diabetiker geschult, ihre Füße regelmäßig selbst zu inspizieren (Druckstellen, Wunden etc.) und diabetesgerecht zu pflegen. Verdächtige Läsionen sollen  umgehend dem Arzt gezeigt werden. Außerdem sind je nach Risiko regelmäßige ärztliche Fußinspektionen vorgesehen.   

Notfallmanagement

Ein klassischer Notfall ist die feuchte Gangräne, bei einer trockenen Gangrän kann man eventuell eine Demarkierung abwarten (trockene Wundbehandlung). Bei schlecht heilenden tiefen Wunden muss eine Knochenbeteiligung ausgeschlossen werden, ebenso eine systemische Entzündung (Sepsis).

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