Antigengefüllte Partikel erzeugen Immuntoleranz bei Zöliakie

Autor: Kathrin Strobel

Das neue Wirkprinzip hat in der Studie die Entzündungsreaktion um 90 % abgeschwächt. © fotoliaxrender – stock.adobe.com

Zöliakiepatienten immuntolerant machen? Das geht! Alles, was man dafür braucht, sind mit Gliadin gespickte Nano­teilchen.

Durch die Injektion von Nanoteilchen, die das Antigen Gliadin enthalten, lässt sich bei Zöliakiepatienten die Entzündungsreaktion auf glutenhaltige Nahrungsmittel reduzieren.

Das biologisch abbaubare Nanoteilchen CNP-101 gelangt in die Blutbahn, wo es von Makrophagen aufgenommen wird. Dem Immunsystem bleibt dabei verborgen, dass es sich bei dem Partikel um ein trojanisches Pferd handelt, das ein Antigen in sich trägt. Präsentiert die Makrophage das Antigen dann an seiner Oberfläche, gilt es fortan als unbedenklich – und die Entzündungsreaktion bleibt aus.

In einer Phase-2-Studie konnten Forscher nun zeigen, wie das Prinzip funktioniert. Eine Woche nach Injektion des mit Gliadin beladenen Teilchens hatten die Patienten über 14 Tage glutenhaltige Nahrungsmittel gefuttert. Im Vergleich zu nicht behandelten Patienten war bei ihnen die darauffolgende Entzündungsreaktion um 90 % abgeschwächt.

Das Wirkprinzip lässt sich auf andere Allergien und Autoimmunerkrankungen übertragen, erklären die Autoren. Im Multiple-Sklerose-Modell konnten die Forscher bereits eine Immuntoleranz gegenüber Myelin, im Diabetes-Typ-1-Modell eine gegenüber Insulin erzeugen.

Quelle: Pressemitteilung – Northwestern University