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Antithrombotische Behandlung von Coronapatienten ist sinnvoll

Autor: Kathrin Strobel

Inzwischen haben sich die Studienergebnisse in den Empfehlungen verschiedener Fachgesellschaften niedergeschlagen. Inzwischen haben sich die Studienergebnisse in den Empfehlungen verschiedener Fachgesellschaften niedergeschlagen. © iStock/iLexx
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SARS-CoV-2 wandert tief – mitunter bis in die Endothelzellen. Die Folge dieser Infiltration ist eine diffuse endotheliale Entzündung. Eine antithrombotische Therapie kann die Prognose von Betroffenen verbessern.

Inzwischen weiß man Einiges über die mikrovaskulären Schäden, die das Virus verursacht, erklärte Professor Dr. Felix Mahfoud von der Inneren Medizin III am Universitätsklinikum des Saarlandes. Eine der ersten wichtigen Studien dazu kam aus Hamburg. Dort wurden zwölf Coronapatienten nach ihrem Tod untersucht. Die Patienten waren im Schnitt 73 Jahre alt, als häufigste Komorbiditäten wiesen sie KHK, Asthma und COPD auf. Bei sieben von zwölf der Untersuchten wies man tiefe Beinvenenthrombosen nach, die vor dem Tod nicht diagnostiziert worden waren. Vier Erkrankte erlagen einer Lungenembolie. Das Virus betrifft aber nicht nur die Beinvenen und die Lungenstrombahn, mahnte der Kollege. In anderen Organen kann es ebenfalls zu thrombotischen Ereignissen kommen.

Alveolar-kapilläre Mikrothromben bei Coronapatienten häufiger

Alle Patienten in der Studie hatten hohe SARS-CoV-2-RNA-Titer, sechs wiesen eine Virämie auf. Bei fünf der zwölf Untersuchten wurde auch im Herzen virale RNA gefunden. Diese Ergebnisse sind wichtig, weil sie zeigen, wo das Problem liegt und wo wir therapeutisch ansetzen können, so Prof. Mahfoud.

In einer weiteren Arbeit hat man sieben Lungen von an COVID-19 verstorbenen Patienten mit sieben Lungen von Influenza-Toten verglichen. Die COVID-19-Organe zeigten das typische Bild einer interstitiellen und perivaskulären, vorwiegend lymphozytären Pneumonie mit multifokaler Endotheliitis. Unter den Coronapatienten war es neunmal häufiger zu alveolar-kapillären Mikrothromben in den interalveolären Septen gekommen als in der Grippegruppe.

Prognose unter Antikoagulation war besser

Der Nutzen einer systemischen Antikoagulation wurde in einer US-amerikanischen Registerstudie mit 2773 Infizierten aus New York untersucht. Die Prognose derjenigen ohne Antikoagulation war deutlich schlechter als die von Erkrankten unter systemischer Gerinnugshemmung. Das galt insbesondere für kritisch kranke Patienten und solche, die eine mechanische Ventilation benötigten, erklärte der Kollege. Einen Unterschied in der Häufigkeit von Blutungen gab es zwischen den Gruppen nicht.

Diese Studien liefern triftige Gründe für die therapeutische Antikoagulation von COVID-19-Betroffenen, so der Referent. Mittel der Wahl sei niedermolekulares Heparin – für Patienten, deren Zustand sich verschlechtert, komme ggf. auch unfraktioniertes Heparin infrage.

Inzwischen haben sich die Studienergebnisse in den Empfehlungen verschiedener Fachgesellschaften niedergeschlagen. Laut dem American College of Cardiology (ACC) soll eine antithrombotische Therapie durchgeführt werden, wenn ein erhöhtes Risiko für tiefe Beinvenenthrombosen besteht. Als Risikofaktoren gelten z.B.

  • fortgeschrittenes Alter
  • Bettlägerigkeit/Immobilität
  • Infektionen
  • Gerinnungsstörungen

Eine antithrombotische Prophylaxe empfiehlt das ACC für alle Patienten mit moderater bis schwerer Erkrankung, bei denen keine Kontraindikationen vorliegen.

Quelle: 17. COVID-19 Update: News – Kardiologie/Angiologie – Adipositas/Diabetes vom 21.07.2020, streamed-up.com


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