Auch Seniorinnen profitieren von Tomosynthese

Autor: Dr. Anja Braunwarth

Die Tomosynthese zahlt sich auch in höherem Alter noch aus. © digitale-fotografien – stock.adobe.com

Die Amerikaner empfehlen das Mammographiescreening bis zum 74. Lebensjahr, wir bieten es bis zum 69. Lebensjahr an. Doch auch danach sollten Frauen weiter teilnehmen dürfen, und zwar am besten im Hightech-Verfahren.

Die Mammographie in 3D, Tomosynthese genannt, erlaubt eine noch sicherere Aufdeckung von Tumoren als das zweidimensionale Verfahren. Experten rechnen damit, dass die Tomosynthese bald Einzug in die Screening-Programme halten wird. Die moderne Technik zahlt sich auch in höherem Alter noch aus, wie eine aktuelle Studie ergab.

US-Kollegen verglichen digitale zweidimensionale Mammographiebilder von mehr als 15 000 Frauen mit Tomosynthese-Aufnahmen von über 20 000 Frauen. Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmerinnen lag jeweils bei rund 72 Jahren. Beide Verfahren waren hocheffektiv in der Krebserkennung. Aber die moderne Variante bot Vorteile. So gab es mit der Tomosynthese weniger falsch positive Ergebnisse. Außerdem lagen positiver prädiktiver Wert und Spezifität höher. Schließlich fanden sich bei damit detektierten Karzinomen seltener positive Lymphknoten, was darauf hindeutet, dass die dreidimensionale Methode die Gewebsveränderungen früher aufspürt.

Insgesamt sprechen die Ergebnisse dieser Studie gegen eine generelle Altersgrenze für das Screening. Die Leitlinien dafür sollten sich vielmehr an den individuellen Wünschen, dem Gesundheitsstatus und der Lebenserwartung orientieren. „Wenn eine ältere Frau ein potenzielles Mammakarzinom therapiert haben möchte, dann soll sie auch zum Screening gehen dürfen“, so das Fazit der Autoren. 

Quelle: Bahl M et al. Radiology 2019; online first