Bariatrische OP normalisiert Hormonspiegel

Autor: Melanie-Christin Demes / Maria Fett

Weniger Magen bedeutet bei Männern scheinbar mehr Testosteron. © iStock/Sakramir

Innerhalb eines Monats nach einer bariatrischen OP pendelten sich die Level der Sexualhormone bei adipösen Männern wieder ein. Auch die Prostata wird angeregt, was Ärzte berücksichtigen sollten.

Die Produktion der Sexualhormone ist bei männlichen Adipösen jenseits eines BMI von 40 kg/m2 deutlich verschoben. Ob sich dieses Ungleichgewicht zugunsten des Testosterons durch eine Magenverkleinerung verbessern lässt, untersuchten jetzt italienische Ärzte.

Bei 29 Männern im mittleren Alter von 40,5 Jahren und einem Durchschnitts-BMI von 43,4 kg/m2 erhoben sie vor und einen Monat nach der OP relevante Blutmarker. Zudem verglichen sie die Daten mit denen von 19 gesunden und normalgewichtigen Kontrollen. Nach dem Eingriff hatte sich das Gewicht der Übergewichtigen signifikant im Mittel um 17,2 kg reduziert.

Der Anteil der Männer mit Hypogonadismus war von 51,6 % auf 11,6 % gesunken. Die Östrogenspiegel waren um 35 % abgefallen, die Testosteronlevel dagegen um 85 % gestiegen. Im Vergleich zur Kontrolle wiesen sie einen Monat nach dem Eingriff sogar höhere Werte auf (18,9 vs. 15,7 nmol/l). Auch das PSA der ehemals Adipösen lag 70 % über den Ausgangswerten.

Vermutlich regte der rasche Testosteronanstieg nach Gewichtsverlust die Prostata an und/oder reduzierte das Plasmavolumen. Da PSA als Indikator bestimmter Krebsarten gilt, können Ärzte mit diesem Wissen mögliche Fehlinterpretationen bei Übergewichtigen vermeiden.

Quelle: Pressemitteilung – European Association for the Study of Obesity