Anzeige

Bariatrischer Eingriff bremst Albuminurie bei Typ-2-Diabetes

Autor: Dr. Judith Lorenz

82 % der Operierten erreichten eine Remission. 82 % der Operierten erreichten eine Remission. © wikimedia/Lina Wolf, magenverkleinerung.tips (CC BY-SA 4.0)
Anzeige

Adipöse Typ-2-Diabetiker profitieren von einem Magenbypass auch mit Blick auf ihre Nierenfunktion.

Viele Typ-2-Diabetiker leiden an einer chronischen Nierenfunktionsstörung, die sich im Frühstadium durch eine Mikroalbumin­urie manifestiert. Ohne entsprechende Therapie schreitet die Nierenerkrankung zur terminalen Insuffizienz des Organs fort.

Adipöse Diabetiker profitieren hinsichtlich der Nierenfunktion von einer bariatrischen OP, berichtet ein Forscherteam um Dr. ­Ricardo V. ­Cohen vom Oswaldo Cruz German Hospital in São Paulo­. Im Rahmen der MOMS-Studie behandelte es 51 Typ-2-Diabetiker, die einen BMI von 30–35 kg/m2 aufwiesen und an einer chronischen Nierenerkrankung im Frühstadium mit Mikroalbumin­urie litten, zusätzlich zu ihrer aktuellen Therapie mittels laparoskopischem Roux-en-Y-Magenbypass.

Wohl keine zusätzlichen schweren Komplikationen

Das Vergleichskollektiv bildeten 49 Patienten, welche die bestmögliche konservative Behandlung erhielten. Diese umfasste beispielsweise die Behandlung mit ACE-Hemmern, AT1-Rezeptorblockern und Statinen sowie die Optimierung der blutzuckersenkenden Medikation.

Die Studienteilnehmer waren im Schnitt 51 Jahre alt, 55 % waren Männer. Zwei Jahre nach Untersuchungsbeginn hatte sich die Mikro­albuminurie bei 82 % der operierten aber nur bei 55 % der konservativ behandelten Patienten zurückgebildet. Eine Remission der chronischen Nierenfunktionsstörung erreichten 82 % bzw. 48 % der Studienteilnehmer. Auch im Hinblick auf die Gewichtsabnahme, den HbA1c-Wert sowie den Lipidstatus erwies sich die bariatrische Chirurgie als vorteilhaft.

Gleiches galt für die Lebensqualität sowie die allgemeine körperliche und die emotionale Gesundheit. Schwere Nebenwirkungen traten in beiden Studienarmen ähnlich häufig auf.

Durch einen Roux-en-Y-Magenbypass lassen sich bei vielen adipösen Patienten mit Typ-2-Diabetes die Mikroalbuminurie bessern oder gar stoppen und die Nierenfunktion wiederherstellen, schlussfolgern die brasilianischen Wissenschaftler. Trotz des hohen Risikos dieser Patienten muss im Vergleich zur optimierten konservativen Therapie offenbar nicht vermehrt mit schweren Komplikationen gerechnet werden.

Quelle: Cohen RV et al. JAMA Surg 2020; e200420; DOI: 10.1001/jamasurg.2020.0420

Anzeige