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Brustkrebs Bei Oma die Mamma screenen

Autor: Dr. Judith Lorenz

Dichtes Brustgewebe ist auch bei Frauen über 65 Jahren ein Risikofaktor für Brustkrebs. (Agenturfoto) Dichtes Brustgewebe ist auch bei Frauen über 65 Jahren ein Risikofaktor für Brustkrebs. (Agenturfoto) © iStock/peakSTOCK
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Dichtes Brustgewebe ist ein Risikofaktor für Brustkrebs. Das bleibt bis ins hohe Alter so und ist daher auch für Frauen jenseits der 75 relevant. Ein Weiterführen des Mammographiescreenings scheint daher bei manchen Frauen sinnvoll.

Auch bei Frauen im Alter über 65 Jahre geht dichtes Brustgewebe noch mit einem signifikant erhöhten Risiko für ein invasives Mammakarzinom einher. Dies berichten Dr. Shailesh­ Advani­ von der Georgetown University in Washington und Kollegen. Die Wissenschaftler werteten 221.714 Screeningmammographien von 193.787 Seniorinnen aus. Rund 65 % der Aufnahmen stammten von Frauen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren und 38 % von Frauen im Alter über 75 Jahre.

Lebenserwartung bei Screening mit einbeziehen

In beiden Altersgruppen wies etwa je ein Drittel gemäß radiologischer BI-RADS-Klassifikation ein heterogen dichtes oder extrem dichtes Brustgewebe auf. Im Vergleich zu Frauen mit einer stärker involutionierten Brust, also einer geringeren Gewebedichte, hatten diese ein um 39 % (extrem dicht) bzw. 23 % (heterogene Dichte) erhöhtes Brustkrebsrisiko. Der Zusammenhang zwischen Brustdichte und Tumorrisiko wurde kaum vom BMI beeinflusst.

Angesichts der Ergebnisse muss diskutiert werden, ob auch älteren Frauen regelmäßige Screeningmammographien angeboten werden sollten, so das Fazit der Wissenschaftler. Dieser Meinung ist auch Dr. Catherine­ Tuite, Radiologin am Helen F. Graham Cancer Center in Newark. Die Screeningempfehlungen im höheren Alter sollten außer der Brustdichte auch die Lebenserwartung sowie bestehende Komorbiditäten berücksichtigen. Ein weiteres Mammographie-Screening halten die amerikanischen Gesellschaften z.B. dann für gerechtfertigt, wenn die Lebenserwartung mindestens fünf bis zehn Jahre beträgt und wenn eine Karzinomdiagnose eine therapeutische Konsequenz hätte. 

Für ein Fortführen der Screeningmaßnahmen spricht ihrer Ansicht nach auch die Tatsache, dass mit zunehmendem Alter Sensitivität und Spezifität der Mammographie steigen. Ab dem Alter von 75 Jahren sinkt ferner die Rate falsch positiver Mammographie- und Biopsiebefunde. Letztlich müsse die Entscheidung über den Zeitpunkt des Endes der Screeningteilnahme jedoch jede Patientin selbst – nach entsprechender Aufklärung über den Nutzen und die Risiken – treffen.

Quelle:
1. Advani SM et al. JAMA Netw Open 2021; 4: e2122810; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2021.22810
2. Tuite CM. A.a.O.: 4: e2124385; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2021.24385

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