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Brustkrebs Bereits eine ausgelassene Mammographie erhöht das Sterberisiko

Autor: Ulrike Viegener/Dr. Miriam Sonnet

Auf die kontinuierliche Wahrnehmung der Mammographie-Termine kommt es an. Auf die kontinuierliche Wahrnehmung der Mammographie-Termine kommt es an. © Janina Dierks – stock.adobe.com
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Das Mammographie-Screening sollte regelmäßig durchgeführt werden, um wirklich effektiv zu sein. Neue Auswertungen legen nahe, dass schon ein verpasster Termin das Sterberisiko erhöht.

Das Mammographie-Screening ist nach wie vor umstritten. Potenzielle positive Auswirkungen dürften in vollem Umfang erst bei regelmäßiger Teilnahme zum Tragen kommen. Eine jetzt publizierte prospektive Beobachtungsstudie zielte darauf ab, Serieneffekte des Screenings sichtbar zu machen. Die Ergebnisse liefern gleichzeitig neue Argumente für eine regelmäßige Partizipation.

Dafür analysierten britische Forscher um Stephen W. Duffy von der Queen Mary University of London die Daten von 549 091 Schwedinnen, denen zwischen 1992 und 2016 ein Screening zustand.

Im Studienzeitraum wurden Frauen zwischen 40 und 54 Jahren alle 18 Monate und solche zwischen 55 und 69 alle zwei Jahre zu einer Mammographie eingeladen. Die Autoren verknüpften die Informationen zur Teilnahme bzw. Nicht-Teilnahme mit Daten aus nationalen Krebsregis­tern und regionalen Krebszentren. Die den Outcome-Berechnungen zugrunde gelegten Mortalitätsdaten stammen aus dem „Swedish Cause of Death Register of the Swedish National Board of Health and Welfare“.

Zwei Termine in Folge reduzierten Risiko am meisten

Die Forscher legten ihrer Analyse zwei aufeinanderfolgende Termine zugrunde und differenzierten danach, ob Frauen beide (serielle Teilnehmerinnen), nur einen oder keinen davon wahrgenommen hatten. Für Patientinnen, die später an Brustkrebs erkrankten, zogen sie dabei den letzten und vorletzten Mammographie-Termin vor der Diagnosestellung heran.

Innerhalb des Studienzeitraums traten 3995 Todesfälle infolge von Brustkrebs auf. 392 135 Frauen waren zu beiden Referenzterminen erschienen, 41 746 nur zum letzten und 30 945 nur zum vorletzten. 84 265 Personen waren keiner der beiden Einladungen gefolgt.

Serielle Teilnehmerinnen profitierten mit Blick auf die Lebenserwartung am stärksten. Sie hatten laut den Forschern ein um 49 % geringeres Risiko, an Brustkrebs zu sterben, als solche, die keinen Mammographietermin wahrgenommen hatten (relatives Risiko [RR] 0,51; p < 0,001). Risikoreduktionen in geringerem Umfang ergaben sich mit 33 % bzw. 28 % auch für Frauen, die nur zum letzten bzw. nur zum vorletzten Termin erschienen waren – jeweils im Vergleich zu Patientinnen, die nicht am Screening teilgenommen hatten.

Die Autoren ermittelten zudem das Risiko, innerhalb von zehn Jahren an Brustkrebs zu sterben. Es verringerte sich bei seriellen Teilnehmerinnen um 50 % verglichen mit Frauen, die keinen der beiden Termine wahrgenommen hatten (RR 0,50; p < 0,001).

Screening vor Diagnose ausschlaggebend

Für Personen, die der Einladung zum letzten Screening vor Diagnose gefolgt waren, das vorletzte aber verpasst hatten, wurde ein relativer Überlebensvorteil von 36 % ermittelt. Bei denjenigen, die zum vorletzten, aber nicht zum letzten Termin erschienen waren, betrug die Risikoreduktion 25 %. Die Ergebnisse interpretieren die Wissenschaftler als Argument für eine regelmäßige Teilnahme am Mammographie-Screening. Wird ein einziger Termin verpasst, so erhöhe sich bereits das Mortalitätsrisiko.

Quelle: Duffy S et al. Radiology 2021; DOI: 10.1148/radiol.2021203935

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