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Berufsunfähigkeitsversicherung für Patienten mit Typ-1-Diabetes

Autor: Dr. Kurt Rinnert/ Dr. Nikolaus Scheper/ Prof. Dr. Lutz Heinemann

Bei Vorerkrankunken kann die Police der Berufsunfähigkeit teuer werden. Bei Vorerkrankunken kann die Police der Berufsunfähigkeit teuer werden. © nmann77 – stock.adobe.com
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Sich für den Fall einer Berufsunfähigkeit zu versichern, war für Menschen mit Typ-1-Diabetes bislang fast unbezahlbar. Jetzt kommt ein neues Angebot auf den Markt, das die Fortschritte bei der Behandlung berücksichtigt, berichten drei Diabetologen.

Die Anzahl von Menschen mit einem Typ-1-Diabetes in Deutschland wird auf mindestens 400 000 geschätzt, davon sind ca. 10 % Kinder und Jugendliche. Bisher war es für Erwachsene mit einem Typ-1-Diabetes ausgesprochen schwierig, sich gegen die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit (BU) zu schützen, d.h. eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten. In der Regel fehlte es an speziellen Gesundheitsfragen und differenzierten Risikoprüfungen – langwierige Annahmeprozesse waren die Folge. Wurde in seltenen Fällen doch eine Zusage zur Absicherung erteilt, waren die Versicherungsbeiträge de facto unbezahlbar.

Die bisher bei der Risikoprüfung von den Versicherungen verwendeten versicherungsmathematischen Modelle haben die Fortschritte in der Diabetestherapie in den letzten zehn Jahren nicht adäquat berücksichtigt. Insbesondere durch moderne diagnostische Optionen wie CGM-Systeme hat sich die Güte der Glukosekontrolle bei Menschen mit Typ-1-Diabetes signifikant verbessert; die Schwankungen in der Glykämie und die akuten Risiken für eine Hypoglykämie sowie für die Entwicklung von diabetesbedingten Folgeerkrankungen sind deutlich reduziert. Dadurch ist die Eignung von Menschen mit Typ-1-Diabetes für fast alle Berufe heute gegeben und mit der von Menschen ohne Diabetes vergleichbar.

Kontakt zu Rückversicherung aufgenommen

Zusätzlich hat die Einführung des Disease-Managements in der Gesetzlichen Krankenversicherung die Therapietreue der Patienten und die Bereitschaft zur jährlichen Kontrolluntersuchung bei einem Diabetologen erhöht. Die Basis für eine BU-Versicherung hat sich dadurch maßgeblich verändert.

Vor einigen Jahren haben einige Diabetologen und Diabetes-Organisationen Kontakt zu der großen Rückversicherung SCOR aufgenommen, um ihr die aktuellen Entwicklungen darzulegen und zu schauen, ob es doch möglich ist, geeignete Versicherungsangebote für Menschen mit Diabetes zu entwickeln. Nach Abschluss dieses Kommunikationsprozesses bietet nun die myLife Lebensversicherung AG eine erste Berufsunfähigkeitsversicherung für diese Patientengruppe an. Die Antragstellung wird ab Oktober 2019 mit einem Online-Kundenkonto möglich sein.

Zielgruppe der Versicherung sind Menschen mit einem Typ-1-Diabetes und einer guten Stoffwechselkontrolle, die nicht rauchen und jährlich eine strukturierte Kontrolluntersuchung bei einem Diabetologen wahrnehmen. Erneute Gesundheitsprüfungen während der Laufzeit sind nicht erforderlich.

Dabei sollen sämtliche Kosten minimiert werden, damit die Versicherungsbeiträge moderat bleiben. Die Anbieter dieser Berufsunfähigkeitsversicherung werden mit einem Messestand bei der diesjährigen Dia­betes Herbsttagung am 8. und 9. November in Leipzig präsent sein.

Dr. Kurt Rinnert von der Deutschen Diabetes Stiftung
Dr. Nikolaus Scheper vom Bundesverband Niedergelassener Diabetologen
Prof. Dr. Lutz Heinemann von der Science Consulting in Diabetes GmbH; Arbeitsgemeinschaft Diabetes & Technologie

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