Bird-Egg-Syndrom: Kombination aus inhalativer und Nahrungsmittelallergie ließ Patienten auf Paniermehl reagieren

Autor: Dr. Dorothea Ranft

Es fanden sich Antikörper gegen Gesamt-Ei, Hühnereiweiß und Vogelfedern. © iStock/cinoby

Rhinitis und Atemnotattacken wollte ein 30-jähriger Mann an seinem Arbeitsplatz nicht länger ertragen. Bei der Ursachensuche stolperten Allergologen über Eier und Federn.

Seinerzeit arbeitete der junge Mann in einer Fast-Food-Fabrik. Dort befüllte er eine Maschine zur Herstellung von Chicken-Nuggets mit Paniermehl. Gegen klassische Inhalationsallergene hatte sich der Patient offenbar nicht sensibilisiert, berichten Dr. Alex Jakob Kilbertus und Kollegen von der Klinik für Dermatologie und Venerologie am Kepler Universitätsklinikum Linz in ihrem Posterbeitrag.

Aber in seiner Kindheit hatte seine Familie Wellensittiche gehalten. Außerdem berichtete der Patient von einer Unverträglichkeit gegen gekochtes Ei, die sich mit Übelkeit, Erbrechen und Schwindel äußerte. Die Prick-Testung ergab eine zweifach positive Reaktion auf Eiweiß und Eigelb sowie eine dreifach positive auf das in der Fabrik verwendete Paniermehl. Es enthielt reichlich Ei-Albumin. Die In-vitro-Diagnostik ergab u.a. positive spezifische IgE gegen Gesamt-Ei, Hühnereiweiß und gegen Vogelfedern.

Dieses Resultat bestätigte die Verdachtsdiagnose eines Bird-Egg-Syndroms, einer Kombination von inhalativer und Nahrungsmittel-Allergie. Bei sensibilisierten Patienten kann schon die Inhalation von Ei-Protein am Arbeitsplatz respiratorische Beschwerden verursachen. Als Kind hatte sich der Patient primär inhalativ sensibilisiert, gefolgt von einer symptomatischen Nahrungsmittelallergie. Die respiratorischen Symptome am Arbeitsplatz entstanden durch das in Ei und Paniermehl vorhandene kreuzreaktive Allergen Alpha-Livetin. Aber es gab eine Lösung: Der Mann wurde in die Rindfleisch-Abteilung versetzt und war fortan beschwerdefrei.

Quelle: 13. Deutscher Allergiekongress