Anzeige
Anzeige

Bypass wegen Koronarstenose auf lange Sicht risikoärmer als Stenteinlage

Autor: Dr. Judith Lorenz

Wer hat langfristig bessere Chancen – Patienten mit Stent oder die mit einem Bypass? Wer hat langfristig bessere Chancen – Patienten mit Stent oder die mit einem Bypass? © iStock/enot-poloskun
Anzeige

Bei der Wahl des Eingriffs wegen einer Atherosklerose des linken Hauptstamms gilt es, die Komplikations­risiken im Zeitverlauf zu beachten.

Bislang fehlten vergleichende Daten zu Langzeitfolgen nach perkutaner Koronarintervention (PCI) mit Implantation eines Medikament freisetzenden Stents bzw. Koronarbypass, berichten Dr. Gregg­ W. Stone­ von der Icahn School of Medicine in New York und Kollegen. Diese Wissenslücke schließt nun eine Studie an 126 Kliniken in 17 Ländern. Alle 1905 Studienteilnehmer (im Durchschnitt 66 Jahre alt) litten an einer behandlungsbedürftigen Stenose des linken Koronararterienstamms mit geringer oder mäßiger anatomischer Komplexität. Etwa die Hälfte der Patienten erhielt eine PCI mit Einlage eines Everolimus-Stents, die andere Hälfte einen Koronarbypass.

Fünf Jahre nach der Intervention unterschieden sich die beiden Gruppen bezüglich des kombinierten primären Studienendpunkts nicht: Schlaganfall, Myokardinfarkt oder Tod waren bei 22 % der PCI- und bei 19 % der Bypass-Patienten eingetreten.

Insgesamt ist die Prognose schlecht

Der Blick auf die Komplikationsraten zeigte jedoch, dass innerhalb der ersten 30 Tage nach der Intervention das Katheterverfahren, ein bis fünf Jahre nach der Behandlung dagegen die Bypassanlage risikoärmer war.

Patienten mit einer Koronarsklerose im linken Hauptstamm haben angesichts der ausgedehnten Myokardbeteiligung eine schlechte Prognose, schließen die Experten. Bei der Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Therapieverfahren sollten immer die Komplikations­risiken im Zeitverlauf berücksichtigt werden.

Quelle: Stone GW et al. N Engl J Med 2019; DOI: 10.1056/NEJMoa1909406


Anzeige