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COPD: Patienten früh auf Fatiguesymptome screenen

Autor: Dr. Elke Ruchalla

Häufig haben COPD-Patienten mit Erschöpfung und Müdigkeit zu kämpfen. (Agenturfoto) Häufig haben COPD-Patienten mit Erschöpfung und Müdigkeit zu kämpfen. (Agenturfoto) © Robert Kneschke – stock.adobe.com
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COPD-Patienten klagen am häufigsten über Atemnot. Doch schon an zweiter Stelle folgt die Fatigue. Über sie weiß man im Rahmen der chronischen Atemwegserkrankung nicht wirklich viel.

Die Psychologin Zjala Ebadi vom Radboud University Medical Center in Nijmwegen und ihre Kollegen haben sich das Phänomen COPD-Fatigue genauer angeschaut. In der Literatur stießen sie auf 196 Studien, in denen man Häufigkeit der Fatigue und Faktoren, die zu ihrer Entwicklung beitrugen, untersucht hatte. Allerdings berichteten die Originalautoren eher selten über die Prävalenz (23 Studien). War dies der Fall, wurden Werte zwischen 17 % und 95 % angegeben – eine Spannbreite, mit der man eher wenig anfangen kann.

Mal positive, mal negative Korrelationen

Ähnlich unergiebig war auch die Auswertung von soziodemographischen Faktoren, der Angaben zu Schwere der COPD (gemessen anhand der FEV1 in Prozent vom Sollwert und der Häufigkeit von Exazerbationen), Begleiterkrankungen, medikamentöser Therapie, Ausdauerbelastbarkeit und Body-Mass-Index. Mal zeigten sich mehr oder weniger signifikante, mal positive und mal negative Zusammenhänge zur Fatigue. Einigermaßen einheitlich fielen nur die Korrelationen von Fatigue mit Dyspnoe (signifikant positiv), Depression und Angststörungen (signifikant positiv) und gesundheitlicher Lebensqualität (signifikant negativ) aus.

Da bleibt noch viel zu tun, sind sich die Kollegen einig. Ein wesentlicher Punkt ist es, einen Fragebogen mit einem Schwellenwert einzusetzen, der Gesunde („normal Erschöpfte“) und Kranke zuverlässig unterscheidet. Den gibt es zwar schon (CIS-Fatigue), doch er wurde in den 196 untersuchten Studien nur dreimal verwendet. Auch nahmen an den meisten Studien deutlich mehr Patienten als gesunde Kontrollen teil, sodass das Tor für mögliche Verzerrungseffekte weit offen steht.

Schon initial nach Fatiguezeichen suchen

Zwar spiegele ihre Übersichtsarbeit ein eher verwirrendes Bild der COPD-Fatigue, räumen die niederländischen Wissenschaftler ein. Dennoch formulieren sie als Take-Home-Message: Wer seinen individuellen Patienten adäquat behandeln will, sollte schon zu Beginn der Therapie ein Screening auf Fatiguesymptome durchführen.

Quelle: Ebadi Z et al. Eur Respir Rev 2021; 30: 200298; DOI: 10.1183/16000617.0298-2020

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