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Pulmonale Reha COPD-Patienten zum Vibrieren bringen

Autor: Birgit Maronde

Hinsichtlich der muskulären Leistungsfähigkeit erwies sich das Vibrationstraining bei COPD-Patienten dem konventionellen Balancetraining als klar überlegen. Hinsichtlich der muskulären Leistungsfähigkeit erwies sich das Vibrationstraining bei COPD-Patienten dem konventionellen Balancetraining als klar überlegen. © iStock/Halfpoint
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Patienten mit schwerer COPD können von einem Balancetraining auf der Vibrationsplatte profitieren.

Auf einer Vibrationsplattform zu trainieren, bringt Patienten mit schwerer COPD größeren Nutzen als ein konventionelles Balancetraining. Muskuläres Leistungsvermögen und Balancefähigkeit verbessern sich signifikant stärker. Dies geht aus einer randomisierten und kontrollierten Studie hervor, die der Sportwissenschaftler Dr. Rainer­ Glöckl­ von der Schön Klinik Berchtesgadener Land, Schönau am Königssee, in seiner e-Paper-Präsentation vorstellte. 

Rehaprogramm über drei Wochen

An der bereits publizierten Untersuchung1 nahmen 48 Patienten mit schwerer COPD teil, die sich zur pulmonalen Reha in der Klinik befanden. Sie wiesen eine FEV1 von im Mittel 37 % vom Soll auf und eine 6-Minuten-Gehstrecke, die im Mittel 55 % vom Soll entsprach. 

Im Rahmen des dreiwöchigen Aufenthalts absolvierten alle ein standardisiertes Ausdauer- und Krafttrainingsprogramm. Zusätzlich führten sie dreimal pro Woche vier verschiedene Balanceübungen (je zwei Sätze à 1 min) durch, die Hälfte von ihnen auf einer Vibrationsplatte bei Frequenzen zwischen 5 und 26 Hz, die andere auf einem konventionellen Therapiekreisel. Dabei wurde der Schwierigkeitsgrad immer wieder den sich verändernden Leistungen angepasst.

Die Ergebnisse im 6-Minuten-Gehtest besserten sich insgesamt deutlich – und zwar ohne signifikanten Unterschied zwischen den beiden Behandlungsgruppen. Die Geschwindigkeit im 4-Meter-Gehtest nahm allerdings nur innerhalb der Vibrationsgruppe signifikant zu, berichtete Dr. Glöckl.

Klare Überlegenheit bei statischer Balance

Als klar überlegen erwies sich das Vibrationstraining hinsichtlich der statischen Balance, die mittels Semi-Tandem-Stand bei geschlossenen Augen sowie per Einbeinstand mit geöffneten Augen auf einer Kraftmessplatte ermittelt wurde. Gleiches galt in puncto muskuläre Leistungsfähigkeit im Beidbeinsprung.

1. Gloeckl R et al. Respir Res 2021; 22: 138 DOI: 10.1186/s12931-021-01688-x

Kongressbericht: 61. Kongress der Deutschen Gesellschaft  für Pneumologie und Beatmungsmedizin (Online-Veranstaltung)

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