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Adipositas Dauerhaftes Übergewicht macht dem Herz zu schaffen

Autor: Elke Engels

Stabiles Übergewicht und Fettleibigkeit machen dem Herzen zu schaffen – und zwar unabhängig von einer abdominellen Adipositas. Stabiles Übergewicht und Fettleibigkeit machen dem Herzen zu schaffen – und zwar unabhängig von einer abdominellen Adipositas. © iStock/Evgen_Prozhyrko
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Langjähriges massives Übergewicht ist, unabhängig vom Bestehen eines Diabetes, Gift für die Herzgesundheit.

Fettleibigkeit ist als unabhängiger Faktor mit einer subklinischen Schädigung des Herzmuskels assoziiert, was mit erhöhten Konzentrationen von kardialem Troponin einhergeht. Unklar ist aber, inwieweit neben dem Zeitfaktor auch abdominale Adipositas und glykämische Dysregulation diese Zusammenhänge beeinflussen. Das Forscherteam um Dr. Magnus Lyngbakken vom Akershus University Hospital in Lørenskog, Norwegen, ging der Frage nach.

Alle 9.739 Studienteilnehmer waren bereits im Rahmen der HUNT-Studie über einen Zeitraum von etwa 35 Jahren beobachtet worden – eine der längsten Laufzeiten für eine Kohortenstudie, deren Teilnehmer ursprünglich aus der Allgemeinbevölkerung rekrutiert wurden. Etwa alle zehn Jahre hatte man den BMI der Studienteilnehmer ermittelt und u.a. das kardiale Troponin I (cTnI) bestimmt.

Höherer Blutdruck und häufiger Diabetes

Gemäß ihrer BMI-Entwicklung ordneten Dr. Lyngbakken und Kollegen die Probanden nun jeweils einer von drei Gruppen zu: stabiles Normalgewicht (Cluster 1), stabiles Übergewicht (Cluster 2) und stabile Fettleibigkeit (Cluster 3). Es zeigte sich, dass verglichen mit den Normalgewichtigen die Teilnehmer in Cluster 3 älter waren, einen höheren systolischen Blutdruck hatten und häufiger unter Diabetes mellitus litten. Sie zählten seltener zu den Rauchern, deutlich weniger hatten einen höheren Bildungsabschluss. Wie zu erwarten, zeigten sie ungünstigere Konstellationen hinsichtlich Masse, Anteil und Verteilung des Körperfetts. Auch lagen bei ihnen höhere Konzentrationen von cTnI vor.

Interessante Ergebnisse brachten Analysen der Cluster 2 und 3: Hier zeigte sich ein großes Risiko für erhöhte cTnI-Werte – je länger die Fettleibigkeit bereits bestand, desto deutlicher. Die Ergebnisse zeigten keinen Zusammenhang zu einer etwaigen Zuckerstoffwechselstörung und dem individuellen Ausmaß des Bauchfetts.

Das Fazit der Autoren: Personen mit stabilem Übergewicht oder Adipositas haben ein erhöhtes Risiko für subklinische Myokardschäden. Dies ist allerdings unabhängig von glykämischer Dysregulation und abdomineller Adipositas.

Quelle: Lyngbakken MN et al. J Intern Med 2021; DOI: 10.1111/joim.13391

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