Depressionen und Angst durch Schlafapnoe?

Autor: Dr. Judith Lorenz

Die nächtliche Schlafapnoe hat auch negative Auswirkungen am Tage. © iStock/grandriver

Eine obstruktive Schlafapnoe fördert affektive Störungen. Vor allem Frauen sind gefährdet.

Wiederholte nächtliche Atem­aussetzer aufgrund einer partiellen Obstruktion der Atemwege prädisponieren nicht nur für zahlreiche körperliche Erkrankungen, sondern auch für psychiatrische Störungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Arbeitsgruppe um Dr. Jong-Yeup Kim vom Department of Otorhinolaryngology – Head and Neck Surgery der Konyang University in Daejeon.

Sie analysierte die koreanische nationale Krankenversicherungsdatenbank und identifizierte 197 Patienten, die zwischen 2004 und 2006 die Diagnose obstruktive Schlafapnoe erhalten hatten. Die Forscher prüften, wie häufig diese Personen im Vergleich zu einem Kollektiv aus 780 gematchten Kontrollen im Verlauf der folgenden neun Jahre an einer Depression bzw. Angststörung erkrankten.

Die Forscher berücksichtigten verschiedene soziodemografische Parameter sowie bekannte Risikofaktoren für affektive Störungen wie Behinderungen, Diabetes, Hypertonie und chronische Nierenerkrankung. Die Hazard Ratio, HR, für Depressionen betrug 2,9, die für Angststörungen 1,75 unter obstruktiver Schlafapnoe. Dieser Zusammenhang war bei Frauen deutlich stärker ausgeprägt, ihre HR für Depressionen erreichte 3,97, die für Angststörungen 2,42 (Männer: 2,74; 1,64).

Quelle: Kim JY et al. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg 2019; online first; DOI: 10.1001/jamaoto.2018.4103