Diabetes: Textnachrichten zum Krankheitsmanagement kommen gut an, bringen aber kaum etwas

Autor: Michael Brendler / Maria Fett

Bequem vom Arzt per App an seine Pflichten als Diabetiker erinnert zu werden kommt an, hilft aber nicht viel, wenn man sich nicht dran hält. © fotolia/Microgen

Ohne Handys geht heutzutage kaum noch etwas. Könnte man die Geräte dann nicht auch therapeutisch nutzen? Via Kurznachrichten unterstützten kürzlich Kollegen schlecht eingestellte Diabetes­patienten. Der Effekt hielt sich aber in Grenzen.

Diabetiker nachhaltig von einer gesunden Lebensführung zu überzeugen, fordert Ärzten alles ab. Besonders schlecht eingestellte Patienten stellen in puncto Adhärenz eine große Herausforderung dar. Kollegen um Dr. Rosie Dobson, School of Population Health, University of Auckland untersuchten deshalb nun einen neuen Ansatz.

Mithilfe des Handy-basierten Programms SMS4BG* können individuell zugeschnittene Informationen an die Patienten übermittelt werden. Nachrichten wie „Hallo Peter! Achte darauf, dass Du regelmäßig angenehme Aktivitäten planst“ sollen sie zu einem besseren Management ihrer Krankheit motivieren. In ihrer Studie unterstützten die Wissenschaftler so 183 schlecht eingestellte Typ-1- und Typ-2-Diabetiker ab 16 Jahre. Nach neun Monaten hatten sich zwar die HbA1c-Werte im Vergleich zu den 183 konventionell behandelten Kontrollen verbessert.

Patienten würden das Programm weiterempfehlen

Als klinisch relevant kann man die mittlere Differenz um -4,2 mmol/mol zwischen beiden Gruppen jedoch nicht bezeichnen. Weitere Untersuchungen sollen nun zeigen, ob sich mit der Intervention nicht doch einmal klinisch bedeutsame Effekte erzielen lassen. Die Patienten waren zufrieden. 97 % würden den Dienst anderen Diabetikern empfehlen.

*self management support for blood glucose

Quelle: Dobson R et al. BMJ 2018; 361: k1959