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Duloxetin bei Schwangeren verursacht keine Fehlbildungen – aber Blutungen

Autor: Dr. Judith Lorenz/Maria Fett

Das Risiko für postpartale Blutungen ist um 53 % erhöht. Das Risiko für postpartale Blutungen ist um 53 % erhöht. © iStock/tonefotografia
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Schwangere, die Duloxetin einnehmen, müssen vermutlich keine Angst vor fetalen Fehlbildungen haben. Allerdings steigt das Risiko für postpartale Blutungen.

Ein flüchtiger Blick in Elternforen zeigt, wie verunsichert viele Schwangere bzgl. mancher Medikamente sind. Verständlich, denn gerade bei Patientengruppen wie ihnen reichen die Sicherheitsdaten oft nicht aus, um sämtliche Kontraindikationen aufzulisten. Im Falle von Duloxetin haben Forscher der Harvard Medical School aus dem US-amerikanischen Boston jetzt einen großen Schritt getan, um diese Lücke zu schließen.

Hierzulande wird der selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer nicht nur bei Depressionen, sondern auch gegen Ängste, Inkontinenz und diabetischer Polyneuropathie eingesetzt. Allerdings finden sich immer wieder Berichte, wonach die Einnahme von Duloxetin während der Gestation z.B. mit Fehlbildungen der Kinder assoziiert ist.

Nach Auswertung der Daten von mehreren Millionen Schwangerschaften fanden die Wissenschaftler keine Hinweise darauf, dass Duloxetin die Gefahr von kongenitalen Fehlbildungen, Präeklampsie oder Frühgeburten signifikant nach oben treibt.

Risiko für postpartale Blutungen um 53 % erhöht

Im Vergleich zu nicht-exponierten Schwangerschaften zeigte sich unter dem Präparat eine höhere, wenn auch statistisch nicht signifikante Gefahr für kardiovaskuläre Fehlbildungen sowie für entwicklungsverzögerte Kinder. Die Forscher warnen jedoch vor dem um 53 % höheren Risiko für postpartale Blutungen. 

Quelle: Huybrechts KF et al. BMJ 2020; 368: m237; DOI: 10.1136/bmj.m237


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