Echtzeitmessung schützt Hochrisiko-Diabetiker

Autor: Dr. Alexandra Bischoff

Mithilfe des rtCGM-Systems lassen sich deutlich stabilere Glukoseprofile erzielen. © fotolia/NataliiaB.

Moderne Dauer­messsysteme sind eindeutig ein Benefit für Patienten mit Typ-1-Diabetes. Das gilt auch für Problempatienten mit hohem Hypoglykämie-Risiko.

Bei Typ-1-Diabetikern mit mehrfachen täglichen Insulininjektionen bleiben Unterzuckerungen ein wichtiger limitierender Faktor, wenn es um die optimale Kontrolle geht. Der Einsatz eines kontinuierlichen Glukosemesssystems in Echtzeit (rtCGM) senkt diese Gefahr, wie Studien zeigen. Doch Problempatienten mit schweren Hypoglykämien in der Vergangenheit oder gestörter Hypoglykämie-Wahrnehmung waren aus diesen Studien ausgeschlossen.

Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Dr. Lutz Heinemann von der Science-Consulting in Dia­betes GmbH, Düsseldorf, gingen nun der Frage nach, wie sich die rtCGM auf die Hypoglykämierate solcher Hochrisikopatienten auswirkt. Über einen Zeitraum von sechs Monaten werteten sie die Ergebnisse von insgesamt 149 Teilnehmern aus. Zu Beginn hatten alle über einen Zeitraum von 28 Tagen ein verblindetes rtCGM-System. In den folgenden 26 Wochen erfolgte entweder die kontinuierliche BZ-Messung unverblindet damit weiter oder die Patienten überwachten ihre Spiegel selbst, trugen aber ein verblindetes rtCGM-System.

Patienten erreichen stabilere Glukoseprofile

Die Ergebnisse zeigten eindrücklich, dass die Personen mit der rtCGM-Technologie klar im Vorteil waren. In dieser Gruppe sank nicht nur die Rate schwerer Hypoglykämien um 72 %, sondern auch die glykämische Variabilität von 39,3 % auf 34,1 %. Im Vergleichskollektiv gab es dagegen kaum Änderungen. Das lässt darauf schließen, dass man mit der kontinuierlichen Messung stabilere Glukoseprofile erreicht.

Quelle: Heinemann L et al. Lancet 2018; online first