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Effektives Bewegungstraining bei PAVK muss wehtun

Autor: Dr. Dorothea Ranft

Die 6-Minuten-Gehstrecke ließ sich durch intensives Training signifikant verbessern. Die 6-Minuten-Gehstrecke ließ sich durch intensives Training signifikant verbessern. © iStock/paylessimages
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Ohne Ischämiesymptome und Anstrengung geht es beim Gehtraining von PAVK-Patienten nicht. Dies zeigt eine aktuelle Studie, in der unterschiedliche Intensitäten des Trainings auf ihre Wirksamkeit hin überprüft wurden.

Ein hochintensives Gehtraining ist bei der peripheren Verschlusskrankheit zweifellos wirksam. Es setzt aber voraus, dass die Patienten bis zur Claudicatio laufen, und stößt daher oft auf Ablehnung. Unklar war bisher, ob sich die Beindurchblutung auch mit angenehmeren und besser akzeptierten Gehübungen ohne Ischämieschmerz verbessern lässt.

Um diese Frage zu klären, starteten US-Forscher eine randomisierte und kontrollierte Studie. Sie verglichen drei Strategien: intensives, leichtes und gar kein Gehtraining. Die beiden Bewegungsgruppen sollten fünfmal in der Woche bis zu 50 Minuten laufen – unter der strengen Aufsicht eines Akzelerometers und beim härteren Regime bis zum Auftreten mittelschwerer bis schwerer Ischämiesymptome.

Von den ursprünglich in die Studie eingeschlossenen 305 Probanden hielten 250 das Übungsprogramm ein Jahr lang durch, schreiben Dr. Mary McDermott und Kollegen von der Northwes­tern University Chicago. Primärer Endpunkt war die Veränderung im 6-Minuten-Gehtest. Das intensiv trainierende Kollektiv konnte die erreichte Distanz von 338 m auf 371 m steigern – ein signifikanter Zuwachs. Die schonende Strategie führte hingegen zu keiner Verbesserung, die absolvierte Strecke sank sogar numerisch von 332 auf 328 m. Somit schnitten die „entspannteren Läufer“ diesbezüglich nicht besser ab als die sedentäre Kontrollgruppe, deren Pensum sich von 328 auf 318 m verringerte.

Keine ischämischen Veränderungen nachweisbar

Das intensive schmerzhafte Üben dagegen lohnte sich sogar doppelt, so die Autoren. Denn für den durchschnittlich erzielten Zuwachs von 41 m im Vergleich zur Light-Variante mussten die Teilnehmer nur die Hälfte der Zeit laufen. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten im intensiv übenden Kollektiv nicht häufiger auf als in der anderen Interventionsgruppe und sie standen größtenteils nicht im Zusammenhang mit dem Training. Auch die befürch­teten ischämischen Veränderungen durch das Laufen bis zur Claudi­catio konnten mittels histologischer Untersuchung von Wadenmuskel­biopsien ausgeschlossen werden.

Quelle: McDermott MM et al. JAMA 2021; 325: 1266-1276; DOI: 10.1001/jama.2021.2536

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