Epiglottitis sucht Erwachsene heim

Autor: Dr. Anja Braunwarth

Die Kinderkrankheit kann auch bei Erwachsenen auftreten. © Pixabay

Seit zwei Tagen klagt der 58-Jährige über Halsschmerzen, Heiserkeit und Fieber. Dass dahinter eine Kinderkrankheit steckt, wird erst im Röntgenbild sichtbar.

Der Mann zeigt weder Stridor noch sonstige Atemprobleme oder vermehrten Speichelfluss, auch die oropharyngeale Untersuchung bringt nicht weiter. Schließlich führen die Kollegen eine Weichteilaufnahme des Halses durch und entdecken das „Daumenzeichen“ als Hinweis auf eine vergrößerte und ödematöse Epiglottis im Sinne einer akuten infektiösen Entzündung.

58-Jähriger landete auf der Intensivstation

Der Patient bekam umgehend eine intravenöse Antibiotikatherapie, die nachfolgende fiberoptische Laryngoskopie bestätigte die Diagnose. Wegen der Gefahr einer respiratorischen Obstruktion wurde der 58-Jährige anfangs intensivmedizinisch überwacht. 

Seit der flächendeckenden Immunisierung gegen Haemophilus influenzae Typ B in entwickelten Ländern ist die Inzidenz von Epiglottitiden bei Kindern dramatisch gesunken, schreibt Dr. Casey Grover von der Stanford Universität im „New England Journal of Medicine“.

Als Konsequenz daraus zeigt sich nun die Mehrzahl der Infektionen bei Erwachsenen. Im geschilderten Fall konnte der Erreger der Infektion nicht identifiziert werden, die Symptome klangen aber nach der Therapie rasch ab und der Patient konnte bald entlassen werden.

Quelle: Casey Grover, N Eng J Med 2011; 365: 447, © Massachusetts Medical Society, Waltham