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Epilepsierisiko nach Hirnverletzung senken

Autor: Maria Fett

Um das Epilepsie-Risiko zu verringern, muss nach einem Schädel-Hirn-Trauma schnellstmöglich der TLR4-Signalweg blockiert werden. Um das Epilepsie-Risiko zu verringern, muss nach einem Schädel-Hirn-Trauma schnellstmöglich der TLR4-Signalweg blockiert werden. © iStock/filistimlyanin
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Indem die Arbeit des Immunrezeptors TLR4 kurz nach einem Schädel-Hirn-Trauma blockiert wird, lässt sich womöglich das Risiko späterer epileptischer Anfälle reduzieren.

Epileptische Anfälle zählen zu den häufigsten Spätkomplikationen von Schädel-Hirn-Traumata. Dem entgegen wirken lässt sich womöglich, indem man einen Immunrezeptor hemmt. Vorausgesetzt, es geschieht kurz nach der Verletzung.

Bei Ratten, deren Immunsys­tem dem des Menschen sehr ähnelt, hatten Forscher der University of California beobachtet, dass der Toll-like-Rezeptor 4 (TLR4) nach einer Hirnverletzung die neuronale Erregbarkeit des Hippocampus ankurbelte, was die Entwicklung einer Epilepsie fördert. Aus Studien zu Gehirnerschütterungen (z.B. bei Football-Spielern) wusste man, dass einerseits dadurch Zellen im Hippocampus absterben können und andererseits dieser Zelltod das Immunsystem aktiviert – und damit TLR4. Der Kreis schloss sich.

Idealen Wirkstoff noch nicht gefunden

Gelang es den Wissenschaftlern, bei den Ratten den TLR4-Signalweg binnen eines Tages nach dem Trauma zu blockieren, ließ sich bei den Tieren das Risiko für spätere Anfälle reduzieren. Offen bleibt allerdings, wie man TLR4 am besten ausschaltet. Verbindungen wie Resatorvid hemmen dessen Wirkung zwar in verletzten Gehirnen, verursachen jedoch Epilepsie bei Gesunden.

Quelle: Pressemitteilung – University of California


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