Erste Therapiestudie zur Wirkung von Methadon

Autor: Dr. Judith Besseling

Welchen Einfluss hat Methadon auf die Wirkung einer Chemotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs? © M.Rode-Foto – stock.adobe.com

Bisher wurde der Effekt von Methadon in der Krebstherapie nur in der Grundlagenforschung untersucht. Nun folgt der Schritt in die klinische Forschungsphase.

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Ulm wollen den Einfluss von Methadon auf die Wirkung einer Chemotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs untersuchen. Das Ganze soll im Rahmen einer Therapiestudie stattfinden. Damit erfolgt erstmals eine Erforschung unter klinischen Bedingungen.

In die Studie werden Personen mit bereits metastasiertem Darmkrebs eingeschlossen, bei denen die Chemotherapie nicht mehr anschlägt. „Unsere Hypothese ist, dass Methadon den Tumor wieder empfindlich für Chemotherapeutika macht – auch dann, wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind“, erläuterte Studienleiter Professor Dr. Thomas Seufferlein, Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Ulm.

Bindet Methadon an Opioid-Rezeptoren auf der Oberfläche von Krebszellen, sorgt es in der Zellkultur dafür, dass die Chemotherapeutika besser in die Zelle gelangen. Die Medikamente werden somit effektiver, so Prof. Seufferlein weiter.

In der Studie sollen zunächst die Verträglichkeit geprüft und die passende Dosis gefunden werden. In der nächsten Phase werden die Patienten entweder mit Chemotherapie und Methadon oder ausschließlich mit der Chemotherapie behandelt. „Dabei geht es zwar primär um den Therapieerfolg an sich – darüber hinaus möchten wir aber auch die Lebensqualität der Patienten im Auge behalten“, betonte der Studienleiter. Abgeschlossen wird die Studie voraussichtlich bis zum Jahr 2026. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt sie mit 1,6 Millionen Euro.

Quelle: Pressemitteilung – Deutsche Krebshilfe