Falscher Gluten-Verdacht: Vermeintliche Sensitivität bestätigt sich selten

Autor: Melanie-Christin Demes

Glutensensitiv oder nicht glutensensitiv, das ist hier die Frage! © fotolia/nicoletaionescu

Einen Placebomuffin von einer echten Glutenbombe unterscheiden – das gelingt offenbar den wenigsten Patienten mit fraglicher Gluten-/Weizensensitivität.

Aktuell laufen die Forschungsarbeiten auf Hochtouren, um die Ursache und Grundlage der recht unscharf definierten Krankheitszeichen der Gluten-/Weizensensitivität zu verstehen. Diese kontrovers diskutierte Entität fordert eine Abgrenzung zu der Autoimmunerkrankung Zöliakie und Weizenallergie.

Norwegische Wissenschaftler haben die Wirkung der Glutenbelastung bei 20 Patienten mit Verdacht auf eine Gluten-/Weizensensitivität untersucht. Die Probanden durchliefen jeweils zwei Gluten- und Placebophasen. Während der Glutenprovokation konsumierten sie für vier Tage zwei Muffins mit einer Gesamtdosis von 11 g Gluten täglich und dokumentierten ihre gastrointes­tinalen Beschwerden.

Alle Teilnehmer wiesen nach der Placebophase mehr Symptome auf. Nur bei vier Patienten wurde der Verdacht auf eine Gluten-/Weizensensitivität bestätigt. Sie hatten ingesamt über die komplette Studiendauer stärkere Beschwerden und konnten als einzige die glutenfreie von der -exponierten Zeit korrekt identifizieren.

Quelle: Dale HF et al. Neurogastroenterol Motil 2018; online first