Fatigue erhöht die Krankheitsschwere von Arthritis, Lupus und anderen Erkrankungen

Autor: Dr. Dorothea Ranft

Auch Begleiterkrankungen sollten frühzeitig angegangen werden. © Ulia Koltyrina – stock.adobe.com

Viele Patienten mit rheumatoider Arthritis fühlen sich ständig erschöpft. Um dem erfolgreich entgegenzuwirken, muss man auch die Komorbiditäten behandeln. Zusätzlich kann der Betroffene seine Fatigue selbst lindern.

Müdigkeit von Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) unterscheidet sich klar von der Reaktion auf Schlafmangel oder körperlicher Belastung. Sie ist unvorhersehbar und variiert unabhängig von Aktivität und Dauer der Erkrankung. Sie beeinflusst das gesamte Leben – Gedanken, Gefühle, Verhalten ebenso wie Familie, Arbeit und Freizeit. Entsprechend brauchen Betroffene Verständnis und soziale Unterstützung. Eine spezielle medikamentöse Therapie gibt es nicht.

Wenn RA-Kranke über Müdigkeit klagen, versucht Professor Dr. Stefan Schewe, Rheumazentrum München, zunächst einmal, die Grunderkrankung optimal zu behandeln – einschließlich einer guten Schmerztherapie. Einen günstigen Einfluss hat außerdem die Selbsthilfe der Patienten. Sie umfasst Schulung, Selbstmanagement, vermehrte Bewegung und Motivation in der Gruppe. Außerdem sollten Begleiterkrankungen wie Depression, Adipositas, Hypothyreose und Vitamin-D-Mangel frühzeitig angegangen werden.

Auch bei systemischem Lupus erythematodes (SLE) hat die Fatigue eine große Bedeutung. Das dokumentiert eine Studie mit 234 Betroffenen, die Christina Düsing vom Rheumazentrum des Universitätsklinikums Düsseldorf vorstellte. Betroffene hatten signifikant mehr Schmerzen und fühlten sich schlechter – körperlich und psychisch. Außerdem stuften die Ärzte deren „Krankheitsschaden“ als schwerer ein.

So häufig tritt Müdigkeit auf

  • rheumatoide Arthritis: 40–70 %
  • ankylosierende Spondyloarthritis: 45 %
  • Sklerodermie: 48 %
  • systemischer Lupus erythematodes: 52 %
  • Sjögren-Syndrom: 57 %
  • Psoriasis (u.a. nach Ausdehnung): 25–50 %
  • Fibromyalgie: 82 %

Lupuskranke brauchen psychosomatische Hilfe

Neben der Grundkrankheit sollten auch potenziell reversible Ursachen wie Hypothyreose, Anämie und Depression behandelt werden, an denen in der Studie immerhin ca. 71 % litten. Vor allem junge Frauen mit SLE brauchen psychosomatische Unterstützung, weil der Lupus häufig ihren ganzen Lebensplan durcheinanderwirft.

Quelle: 47. Kongress der DGRh*

* Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie