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Hautkrebs Frauen kurbeln gegen das kutane Plattenepithelkarzinom die T-Zellen an

Autor: Dr. Daniela Erhard

Wie bei vielen Krebsarten gibt es auch beim Hautkrebs Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Wie bei vielen Krebsarten gibt es auch beim Hautkrebs Unterschiede zwischen den Geschlechtern. © 2707195204 – stock.adobe.com; iStock/Kharlamova
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Männer ziehen in Sachen kutanes Plattenepithelkarzinom den kürzeren – ihre Erkrankung metastasiert häufiger als die von Frauen und sie entwickeln in jüngeren Jahren aggressivere Formen. Das könnte an der Immunabwehr liegen, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt.

Unterschiedliche Häufigkeit, unterschiedliche Behandlung, anderes Outcome: Bei vielen Erkrankungen findet man Differenzen zwischen den Geschlechtern – das gilt auch für den Hautkrebs. Er betrifft, wie viele andere Tumoren, nicht nur mehr Männer, sie sterben auch öfter als erkrankte Frauen daran. Das könnte unter anderem an der Immun­abwehr liegen, wie Dr. ­Amaya Viros vom Cancer Research UK Manchester Institute am Beispiel des kutanen Plattenepithelkarzinoms (SCC) erläuterte.

Daten von 77.000 SCC-Patient:innen aus den Jahren 2014 und 2015 in England deuteten darauf hin, dass die männlichen Betroffenen häufiger Metastasen aufwiesen – obwohl dieser Tumor eigentlich eher selten streue. Das vermeintlich starke Geschlecht wies mit 2,3 % vs. 1,1 % im Vergleich zu Frauen eine doppelt so hohe Rate an metastasierten Tumoren auf. Angesichts der Tatsache, dass etwa jede fünfte Person nach der Erstdiagnose weitere Läsionen entwickelt, müsse man das SCC hier fast schon als chronisches Leiden wie Diabetes ansehen, sagte die Expertin.

Schwerwiegende Tumoren schon bei jungen Männern

Das Alter zum Zeitpunkt der Erstdiagnose unterscheidet sich nicht zwischen den Geschlechtern. Männer entwickelten aber in si­g­nifikant jüngeren Jahren bereits aggressivere Formen. Das konnten Dr. Viros und Kolleg:innen auch in Mausexperimenten nachvollziehen. Bei gleicher Exposition zu einem SCC-auslösenden Karzinogen sowie ähnlichen Mutationen und DNA-Reparatur-Mechanismen entwickelten männliche Tiere nicht nur mehr schwerwiegende Tumoren, sondern sie wiesen auch eine geringere Infiltration mit CD4- und CD8-T-Zellen auf als weibliche Artgenossen. 

Ein Effekt, der unter Immunsuppression mit Prednisolon verloren ging und dann vor allem in den Weibchen zu höhergradigen Läsionen führte – was sich mit Beobachtungen beim Menschen deckt. Denn SCC von immunsupprimierten Frauen sind deutlich schlechter differenziert als die bei immunkompetenten und sie unterscheiden sich von denen der Männer nicht.

Quelle: Viros A. 18th EADO Congress; Keynote Lecture 8: Sex bias in skin cancer

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