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Frühe Rasselgeräusche beim Einatmen deuten auf COPD

Autor: Dr. Angelika Bischoff

Das Timing der Rasselgeräusche war in dieser Untersuchung stärker mit der COPD assoziiert als die Geräuschqualität. Das Timing der Rasselgeräusche war in dieser Untersuchung stärker mit der COPD assoziiert als die Geräuschqualität. © iStock/AntonioGuillem
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Hört man bei der Auskultation früh im Prozess der Einatmung Rasselgeräusche, sollte man an eine COPD denken. Denn das Timing solcher Laute hat einen hohen prädiktiven Wert.

Frühe inspiratorische Rasselgeräusche (RG) können v.a. der bronchialen Obstruktion zugeordnet werden, späte eher restriktiven Erkrankungen. Dies hat damit zu tun, dass sich die Lungen bei der Inspiration sequenziell von oben nach unten entfalten. Man unterscheidet Rasselgeräusche außerdem nach ihrer Qualität in fein- oder grobblasige. Als typisch für die COPD gelten grobblasige inspiratorische RG.

Hasse Melbye von der Universität Tromsø und Kollegen haben den Nutzen der Charakteristika von Rasselgeräuschen in der Diagnostik der COPD evaluiert. Zwei Untersucher auskultierten unabhängig voneinander die Lungen von insgesamt 3684 Erwachsenen über 40 Jahre. Eine COPD wiesen 204 (5,5 %) der Teilnehmer auf.Basale inspiratorische RG hörte Untersucher 1 bei 306 und Untersucher 2 bei 323 Teilnehmern.

Wurde dieser Befund bilateral festgestellt, war dies ein Prädiktor für eine COPD mit einer Odds Ratio (OR) von 2,59 bzw. 3,20. Als ähnlich starker Prädiktor stellten sich grobblasige bilaterale RG heraus (OR 2,65 bzw. 3,67). Als deutlich prädiktiver erwies sich aber das Timing: Für das Auftreten von RG in der frühen Inspirationsphase lagen die OR bei 6,88 bzw. 7,63. Frühe RG über einer oder beiden Lungen waren mit einem positiven prädiktiven Wert für eine COPD von 23 % verbunden.

Das Timing der RG war in dieser Untersuchung stärker mit der COPD assoziiert als die Geräuschqualität. Der Vorteil: Der Zeitpunkt des Auftretens ist eindeutig zu ermitteln, während die Qualität der Geräusche Interpretationsspielraum zulässt.

Quelle: Melbye H et al. BMJ Open Resp Res 2021; 8: e000852; DOI: 10.1136/bmjresp-2020-000852

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