Gehirnerschütterung: Auswirkungen mit dem Romberg-Test erkennen

Autor: Dr. Anja Braunwarth

Ob sie lange mit dem Schwindelgefühl leben muss, kann der Romberg-Test beantworten. (Agenturfoto) © fizkes – stock.adobe.com

An den Symptomen einer Commotio laborieren manche Teenies monatelang. Risikopatienten lassen sich identifizieren.

Kopfschmerzen, Schwindel, Verwirrung und Gedächtnisverlust gehören zu den typischen Zeichen einer Gehirnerschütterung. Spätesten nach einem Monat verschwinden sie in der Regel, aber eben nicht bei allen.

US-Kollegen gingen nun der Frage nach, welche Variablen bei Jugendlichen nach sportbedingter Commotio schon früh auf verlängerte Symptome hindeuten könnten. Die 351 Teilnehmer ihrer Studie hatten ein Durchschnittsalter von 15 Jahren, die Untersuchung fand sechs Tage nach der Verletzung statt.

Kopfschmerz für die Prognose egal

In der ersten univariaten Analyse wurden Schwere und Häufigkeit des Kopfschmerzes, Konfusion, Vergesslichkeit und Aufmerksamkeits-/Gedächtnisstörung mit verlängerten Commotio-Symptomen in Verbindung gebracht. Auch schnelle bzw. häufige Müdigkeit, Schwindel und ein positiver Romberg-Test wurden mit einem länger dauernden Leiden assoziiert. Der multivariaten Analyse hielt dann aber nur noch der Romberg-Test als unabhängiger Prädiktor stand. Die Autoren empfehlen daher, posturale Stabilitätsprüfungen in die Erstuntersuchung der Patienten zu integrieren, da sie wichtige prognostische Hinweise liefern können.

Quelle: Howell DR et al. J Neurosurg Pediatr 2019; online first