Gestationsdiabetes: Risiko per HbA1c bestimmen

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Ein Zuwachs um 0,1 %-Punkte steigert die Gefahr. © iStock.com/PeopleImages

Der HbA1c-Wert im ersten Trimenon korreliert linear mit dem Risiko für einen späteren Schwangerschaftsdiabetes. Aber der Parameter wird noch viel zu wenig genutzt.

Bisher werden nur Hochrisiko-Frauen per HbA1c-Messung auf einen Gestationsdiabetes (GDM) hin untersucht. Mit einem generellen HbA1c-Screening im ersten Trimenon lässt sich jedoch das Risiko auch bei „unverdächtigen“ Schwangeren vorhersagen.

Ein internationales Forscherteam verglich in einer Kohortenstudie die HbA1c-Verläufe von 107 Schwangeren, die später einen GDM entwickelten, mit denen von 214 passenden Schwangeren ohne GDM. Bei allen Frauen lagen die Werte zu Beginn der Gravidität unterhalb von 6,5 %.

Insgesamt zeigte sich ein signifikanter und linearer Zusammenhang zwischen den HbA1c-Werten im ersten Trimenon und einem späteren GDM: Jeder HbA1c-Anstieg um 0,1 %-Punkte steigerte das Risiko für einen späteren GDM um jeweils 22 %.

So hatten Schwangere mit Werten von 5,7 % in der 8. bis 13. SSW ein dreifach erhöhtes GDM-Risiko im Vergleich zu Frauen mit Werten von 5,2 %. Erwartungsgemäß erhöhte die Einbeziehung der frühen HbA1c-Werte in das konventionelle Risikoassessment dessen Vorhersagegenauigkeit.

Subklinische Störung beginnt bereits sehr früh

Ein Schwangerschaftsdiabetes macht sich also bereits früh in Form einer subklinischen Störung der Glukosehomöostase bemerkbar. Diese Beobachtung deckt sich mit früheren Befunden, denen zufolge auch das oftmals übermäßige Wachstum der Ungeborenen bereits zu einem sehr frühen Schwangerschaftszeitpunkt beginnt und nicht erst nach der klinischen GDM-Manifestation bei der Mutter.

Quelle: Hinkle SN et al. Sci Rep 2018; 8: 12249